Köln – Flittard und der Nobelpreis

Heute nehm ich euch mit zu einer Grabstätte auf dem Deutzer Friedhof. Dort ruht ein Mann der Wissenschaft, der im Juli 1902 in Oberschlesien geboren wurde.
Nachdem er mit seinen Eltern nach Kiel umgezogen war, studierte er dort Chemie und fand später einen guten Lehrherren. Otto Diels, dem er ein Gros seines Wissens verdankte.
Doch wie es so ist, die Jugend will weiter und so mussten sich ihre Wege trennen. Er ging nach Leverkusen, wo er in der dortigen Farbenfabrik eine Anstellung fand.
Hier beginnt sozusagen der Kölner Weg des Kurt Alder.
Mittlerweile war er bereits zum Professor ernannt worden. In Leverkusen forschte er an der Herstellung von synthetischem Gummi.

An der Kölner Universität bekam er einen Lehrstuhl. Diesen hatte er auch im 2. Weltkrieg inne. Im Jahre 1944 musste dieser Lehrstuhl nach Marburg umsiedeln. Doch auch danach blieb er der Uni Köln treu. Nachdem in Köln wieder alles aufgebaut war, denn dort hatte der Bombenhagel gewütet, kam er zurück nach Köln, obwohl sowohl Berlin als auch Marburg ihn gerne zu sich berufen hätten. Im Jahre 1950 zahlte sich seine Beharrlichkeit, ja sein Forscherdrang, aus. Gemeinsam mit seinem früheren Lehrherren, Otto Diels, wurde den beiden Gelehrten, die für die in der Wissenschaft bekannte „Diels-Alder Reaktion“ verantwortlich zeichneten, der Nobelpreis für Chemie verliehen.
Doch damit nicht genug, die Medizinische Fakultät der Uni Köln verlieh ihm im selben Jahr sogar den Ehrendoktor Titel.
Jedoch nicht nur in Köln wurde ihm diese Würde zuteil, sondern auch im spanischen Salamanca.
Ihr erkennt schon, er war ein ganz Großer. Dies wusste man in Köln auch zu schätzen, denn der größte Hörsaal an der Uni ist nach ihm benannt. Sogar eine Straße im rechtsrheinischen Köln- Flittard trägt seinen Namen. Hatte er doch dort gelebt. Die Leverkusener Farbenfabrik lag quasi ums Eck.
Auf der Rückseite des Mondes liegt ein Krater, der ebenfalls ihm zu Ehren „Alder Krater“ genannt wird.
Viel Ehrung für einen einzelnen Mann.
Auch Aldrin und Dieldrin sind Insektizide die von Alder und Diel „erfunden“ wurden. Um mal etwas zu benennen, was wir als Laien „erfassen“ können.IMG_20200315_104138

Doch wie ging es nun weiter mit Kurt Alder und Köln?
Leider nicht so gut, denn die Wissenschaft forderte ihren Preis. Er verbrachte zuviel Zeit mit Arbeit, sein Herz wurde immer schwächer.
Es ereilte ihn dann auch plötzlich der Herztod, welcher im Juni 1958 eintrat. So wurde dieser begabte Wahlkölner nur 55 Jahre alt.
Seine Frau Gertrud Alder, geborene Blitzer, die ebenfalls in dieser Grabstelle beigesetzt ist, rief mit der Uni Köln die Kurt Alder Stiftung ins Leben.
Dort wird seit 1994 jährlich der Kurt – Alder Preis an Kölner Nachwuchswissenschaftler der Organischen Chemie vergeben.

So hatte ich mir also einen Besuch auf dem Deutzer Friedhof bei diesem Mann fest vorgenommen. Sein Grab ist auch relativ einfach zu finden. Am Haupteingang, nachdem man den Pförtner freundlich gegrüßt hat, geht es gleich rechts rum und dann ca. 80 Meter geradeaus, dann sieht man links das Grab der Familie Sünner und gleich daneben dort ruht er, der Kölner Nobelpreisträger Kurt Alder.

Auch sonst hat der Friedhof interessante Grabstellen und Grabmale zu bieten. Für Fotofreunde der Bildhauerkunst durchaus zu empfehlen.

Habt einen schönen Sonntag.

Eure Elisabeth

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