Wir Kölschgänger haben uns mittlerweile durch die Literatur zum Thema „Köln“ gewühlt. Dabei sind wir auf eher mittelmäßige Bücher gestoßen, aber auch auf sehr gute, und ein paar „Perlen“ sind auch dabei. Dies können eher aktuelle, manchmal aber auch „alte Schätzchen“ sein. Auf dieser Seite möchten wir Köln-Bücher vorstellen, die uns persönlich sehr gut gefallen. Sei es, weil sie hilfreich bei unseren Recherchen für unsere Beiträge sind, besonders schöne Themen behandeln oder sich einfach gut lesen lassen.


Einmal Prinz…und (fast) zurück

Wer schon immer mal wissen wollte, wie das „Prinzsein“ so abläuft, dem möchte ich dieses locker geschriebene Buch empfehlen.

So wie Wicky Junggeburth es in seinem Schlager besingt, so träumt wohl jeder waschechte Jeck davon, „eimol Prinz ze sin“. Auch Holger Kirsch, gebürtiger Kölner und Karnevalist durch und durch, hegte als kleiner Fetz den Wunsch, als Prinz Karneval das kölsche Narrenvolk zu regieren.
In der Session 2015 wurde sein Kindheitstraum wahr und aus dem Architekten und Familienvater Seine Tollität Prinz Holger I. Seine Freunde und Kollegen aus der Flittarder KG, Michael Müller (Bauer) und Sascha Prinz (Jungfrau Alexandra), machten das Trifolium und somit das Glück perfekt.
Was auf den ersten Blick nach Ruhm, Ehre, Prominenz und jecker Glückseligkeit klingt, gleicht tatsächlich einem Staatsakt und birgt ungeahnte Herausforderungen – von der Anwendung kosmetischer Produkte wie Enthaarungscreme bis zum Spagat zwischen dem Alltag mit Kind und Kegel und dem Mikrokosmos „Sitzungskarneval“. Schließlich ist der Frohsinn eine ziemlich ernste Angelegenheit.
Mit seiner Frau Christina hat Holger Kirsch in „seiner“ Session Tagebuch geführt und lässt ganz offen alle Mäuschen spielen, die schon immer einmal wissen wollten, was sich hinter den Kulissen des prächtigen Dreigestirns abspielt und wie es gelingt, ein Jahr des Ausnahmezustandes ohne Spätfolgen zu überstehen.
Ein spannender Blick durchs Schlüsselloch – mit der nötigen Portion Humor, überraschender Ehrlichkeit und ganz viel Liebe.

Geschrieben von Christina Kirsch, erschienen im Marzellen-Verlag, das Buch hat 208 Seiten. ISBN:978-3937795362

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Der Kölner Altstadtführer

Dieses Buch ist leider schon etwas älter, und nach meiner Information nicht mehr „aufgelegt“. Dies ist sehr schade, bietet es doch neben einer kurzen Einführung in die Kölner Geschichte jede Menge kurzer Erklärungen zu Sehenswürdigkeiten, Legenden, Sagen und Kultur, und gerade in diesen Bereichen ändert sich ja nicht viel, so, dass dieser Band eine schöne Hilfe ist, um unsere Altstadt zu erkunden. Deshalb lohnt es sich allemal nach gebrauchten Büchern Ausschau zu halten, diese sind für ganz kleines Geld zu bekommen und eine gute Investition.

Geschrieben von Yvonne und Thomas Plum, erschienen ist es im Bachem Verlag und hat 176 Seiten. ISBN: 9783761613535

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Sulpiz Boisserée und die Vollendung des Kölner Doms

Im Jahre 1808, mit 24 Jahren, beschloss Sulpiz Boisserée (1783–1854), Kaufmannssohn aus Köln, sein Leben der Vollendung des Kölner Doms zu widmen. Ein aberwitziges Unternehmen: Köln war eine französische Stadt, der Dom eine nahezu verwahrloste Ruine, die Gotik verachtet…
Aber Boisserée gelang es, Goethe als Unterstützer für sein Vorhaben zu gewinnen, den 19-jährigen preußischen Kronprinzen 1813 für den Kölner Dom zu begeistern, mit Schinkel 1816 den Weiterbau zu planen und schließlich 1842 Berater des Königs Friedrich Wilhelm IV. bei der Vollendung des Kölner Doms zu werden. Seine »verrückte« Idee war Wirklichkeit geworden.
Wie das möglich war und gleichzeitig der Kölner Dom in den Turbulenzen der Zeit immer mehr zum Politikum der Deutschen wurde, erzählt diese Biographie, die ein Licht wirft auf eine der ungewöhnlichsten und erfolgreichsten Bürgerinitiativen.

Autorin dieser schönen Biographie ist Renate Matthaei, das Buch ist im BOD Verlag erschienen und hat 444 Seiten.

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VIA INDUSTRIALIS – Eine Entdeckungsreise Kölner Industriekultur

Via Industrialis ist ein Führer zu den spannenden Orten der Industrie- und Verkehrsgeschichte in Köln. Das Spektrum reicht von bedeutenden Zeugnissen aus der frühindustriellen Zeit, wie den Barockbauten aus der Seidenweberzeit an der Mülheimer Freiheit, bis zu hochkarätigen großindustriellen Anlagen aus der Zeit der Hochindustrialisierung, wie der Gasmotorenfabrik Deutz – die weltweit erste Motorenfabrik, in der Nicolaus August Otto den Viertaktmotor erfand. Darüber hinaus führt der reich bebilderte Band zu wichtigen Hafen- und Verkehrsbauten, die in engem Zusammenhang mit der Industrialisierung entstanden sind und ausgebaut wurden: Häfen, Bahnhöfe, Bahnbetriebswerke und Brücken.

Mir gefällt dieses Buch ausgesprochen gut, denn es führt mich an mir größtenteils unbekannte Orte. Allein die Fotos lassen mich träumen, sie versetzen mich in alte Zeiten, ich höre den Lärm in der Halle, habe die Gerüche in der Nase, meine Neugierde ist geweckt. Nicht alle Orte kann ich mir persönlich anschauen, aber eine ganze Menge eben doch, und da kommt natürlich Kölschgänger ins Spiel. Hier geht es um Kölner Geschichte, teilweise durch Besuche noch erlebbar. Wenigstens mit etwas Fantasie. Also werde ich diese Informationen „aufsaugen“, die Orte besuchen, um sie zu „erfühlen“ und daraus die eine oder andere Kölschgänger-Geschichte schreiben. Spannend.

Die Autoren sind Walter Buschmann, Matthias Hennies, Alexander Kierdorf, es hat 224 Seiten. erschienen ist es im Klartext Verlag.

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Die Mauer von Cöln  Historie und Histörchen rund um die mittelalterliche                                             Stadtbefestigung

Ein kleines, aber feines Buch über das alte Köln und seine Stadtbefestigung. In kleinen, gut lesbaren Kapiteln wird uns hier viel Wissen vermittelt. Egal ob es um den Abbruch geht, und wie es überhaupt dazu kam, den Stand des damaligen Stadtrates dazu, oder die Erklärung zu „Schmitz Backes“, immer wieder erfahre ich hübsche Histörchen über das alte Köln. Wer weiß schon etwas über den „feurigen Elias“, einer Dampflok, die mitten über die Luxemburgr Straße fuhr, oder kölsche Originale wie die „Läsche Nas“.

Ein größerer Teil ist den Kölner Stadttoren gewidmet, so wird vielen Toren eine eigene kleine Geschichte gewidmet. Ich hatte viel Freude beim Lesen, ein paar sehr schöne schwarz-weiß Fotos, die mir halfen, mich mit dem Text in die damalige Zeit zurück zu versetzen, runden das Ganze ab. Das Buch ist aus den Achtzigern, aber das ist in diesem Fall völlig egal. Von mir eine klare Kaufempfehlung.

Der Autor ist Engelbert Greis, das Buch hat 78 Seiten und ist im Rheinau Verlag Köln erstmals 1981 erschienen.

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Sagen und Legenden aus Köln

Tilman Röhrig, der Autor dieses schönen Buches hat ja schon viele Bücher geschrieben und ist in der „Kölner“ Buchszene bekannt durch seine historischen Romane. Hier befasst er sich mit den Kölner Legenden. So erzählt er uns sehr bekannte Geschichten wie die vom Baumeister Gerhard oder Jan und Griet, natürlich sind auch unsere allseits beliebten Heinzelmännchen mit von der Partie und auch die Legenden von Anno, Hildebold und Gereon werden uns erzählt. Aber auch einige nicht ganz so bekannte Legenden, wie die von Ida und Karl oder der Fressklötsch sind vertreten. Insgesamt ein hübsches Buch für Leute die im Thema „Kölner Legenden“ noch nicht ganz so bewandert sind, wer eher unbekannte Legenden sucht, findet bessere Bücher, die wir euch natürlich auch noch vorstellen werden. Aber als Einstiegsbuch in dieses Thema ist es sicher eine sehr gute Wahl.

Autor ist Tilman Röhrig, das Buch hat 160 Seiten und ist 2008 im Verlag Edition Colonia erschienen. ISBN: 9783939722235

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Das Kölner Stadtgrün – Eine Entdeckungstour

Für uns Kölschgänger ist es sehr wichtig, detaillierte Informationen für unsere Beiträge zu finden. Im Bereich Parks und Grünanlagen gibt es da nicht so wahnsinnig viel gute Literatur, aber dieses Buch nehme ich immer sehr gerne zur Hand, denn es ist sehr gut geschrieben und bietet eine Menge an Informationen. Die einzelnen Grünanlagen sind wunderbar unterteilt, wir finden nicht nur die bekannten Anlagen wie den Rheinpark oder die Flora, sondern auch kleine, manchmal nur in den jeweiligen Veedeln bekannte Anlagen. Über den Volksgarten mag ich ja noch ein wenig Wissen abrufen können, aber spätestens beim Kalker Stadtgarten oder dem Gremberger Wäldchen bin ich raus. Besonders gefreut haben mich die sehr guten Beschreibungen zum Äußeren Grüngürtel, da findet man im Netz nur sehr wenig Infomaterial.

Mit diesem Buch haben Petra Zimmermann und Karla Krieger die Kölner Grünanlagen sehr ausführlich und detailliert beschrieben, hübsche Fotos runden das Ganze ab. Zusätzlich gibt es sogar noch Ausschnitte von Stadtplänen, die das Orientieren und Finden der Anlagen erleichtern.
Dieses Buch lädt ein, sich mal „auf die Socken“ zu machen und die eine oder andere Anlage zu erkunden. Köln ist grün, spätestens nach der Lektüre dieses Bandes ist das jedem klar.

Autoren sind Karla Krieger und Petra Sophia Zimmermann, das Buch hat 175 Seiten und ist 2009 im Mercator-Verlag erschienen. ISBN: 9783874634441

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Domfeuer – Ein Krimi aus dem Mittelalter

Mal kein geschichtliches Buch, sondern ein Krimi, und zwar ein richtig guter. Kurzweilige Unterhaltung garantiert.

Im Jahr 1248: Der geplante Neubau des Kölner Doms steht unter keinem guten Stern: Ein Werkmeister der Dombauhütte und drei reiche Stifter werden in ein und derselben Nacht umgebracht. Zu dumm für Hafenknecht Paulus, dass er mit Klinge und blutdurchtränktem Hemd neben einer der Leichen entdeckt wird. Ganz Köln jagt ihn nun – und er jagt den mordenden Unbekannten, der ihn in die Falle gelockt hat. Alle Spuren führen auf ein mysteriöses Schiff, das im Kölner Hafen vor Anker gegangen ist. Doch nicht nur seinen eigenen Hals muss Paulus retten – das Schicksal der gesamten Stadt und der Neubau der Kathedrale stehen auf dem Spiel.

Autor ist Dennis Vlaminck, das Buch hat 383 Seiten und ist im emons Verlag unter der ISBN: 9783897058712 erschienen.

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Die Römer kommen!: Der Roman einer Stadtgründung

Der Titel sagt alles, hier erzählt, wie die Gründung Kölns vonstatten ging. Und zwar, von Anfang an. Sehr schön erzählt.

Septimus und Quintus Agrippa erhalten vom römischen Kaiser Augustus den Auftrag, ein Legionslager am Rhein aufzubauen. Aus dem Nichts soll in tiefster Wildnis ein neuer Standort als Grenzsicherung für das Imperium Romanum entstehen. Aber das ist nicht so die einzige Herausforderung: Die Gegend ist gefährlich und von Germanen bevölkert. Amüsant und anschaulich erzählt Armin Maiwald in einer fiktiven, in historische Fakten eingebetteten Geschichte von der Stadtgründung Kölns – ubi bene ibi Colonia!

Autor ist Armin Maiwald, das Buch hat 304 Seiten und ist im emons Verlag unter der ISBN: 9783740804183 erschienen.

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