Die Finnensiedlung

Die Finnensiedlung
Heute habe ich mir für euch einmal eine Siedlung angesehen, die nicht in das sonst so übliche Bild der Kölner Vorortsiedlungen passt.
Die meisten Häuser findet man rund um den Lippeweg in Köln Höhenhaus. Äußerlich legte man Wert auf ein gleichbleibendes Aussehen. So sind die „Finnenhäuser“ sehr stereotyp und alle aus Holz erbaut. Im Inneren sind sie nicht sonderlich groß. Knapp 86 qm für eine Familie erschienen damals genug. So wird heutzutage oftmals angebaut. Von dieser Möglichkeit machten wohl einige Anwohner Gebrauch.
Doch was hat es auf sich mit diesen Holzhäusern? War es eine besondere Kunstrichtung in den 60er oder 70er Jahren? Unwillkürlich kam mir dieser Gedanke.
Doch weit gefehlt, sind sie doch noch mal 30 Jahre älter.
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So schloss sich im Jahre 1940 in Finnland eine Genossenschaft der Holzindustrie , bestehend aus 21 Unternehmen zusammen. Die Puutalo Oy wurde gegründet. Seit 1942 mit an Bord, das Staatliche Technische Forschungsinstitut der Finnen. Gebaut wurde also zu Forschungszwecken? Man war zunächst nicht gewinnorientiert. So gibt es keine gesicherten Aussagen darüber, das Deutschland den Finnen die Häuser abkaufte, sondern es wird mehr über Tauschgeschäfte spekuliert. Dies dürfte sich ein Jahrzehnt später aber geändert haben, denn die Häuser entpuppten sich als sehr solide Fertighäuser. Jedenfalls nahm das Haus der Finnen, 1942, Kurs auf Deutschland und Österreich.
In Köln entstand ca. 9 Kilometer vom Flughafen Ostheim entfernt, in Windeseile eine Holzhaussiedlung. Auftraggeber war die Reichsregierung und die Gesellschaft „Neue Heimat“. Man wollte schnell und kostengünstig neuen Wohnraum schaffen, der jungen Familien zukommen sollte.
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Die Fassaden mussten alle dunkel gebeizt sein und sind es bis heute geblieben, da die komplette Siedlung seit 1989 unter Denkmalschutz gestellt wurde. Geschichtlich spannend, jedoch auch bedauerlich. Wieviel schöner und bunter wäre eine freie Farbwahl. Ein maritimes blau, ein sonniges gelb, ein Schwedenrot….Aber gut, es ist wie es ist. Die Häuser bleiben braun, fast schwarz. Dafür mit weißen Fensterrahmen. Ebenso die Türrahmen. Diese erfuhren mittlerweile eine anpassende Modernisierung .
Abgegrenzt wurden die meisten Häuser mit Hecken und Zäunen. Eine typische Vorort- oder Gartenzwergidylle wurde geschaffen. Hinter dem Haus entstand ein Nutzgarten. Heute oftmals als Grundfläche für Anbauten genutzt.
Heutzutage sind die Häuser übrigens kein Gesellschaftseigentum mehr, sondern alle in Privatbesitz.
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Auch die Kölner TV Produktionsfirmen haben die Siedlung natürlich entdeckt. So sah man die „Finnenhäuser“ u.a. im Tatort. In Deutschland und Österreich gibt es ca.50 Finnensiedlungen. Allerdings werden sie auch schon einmal verwechselt. So dürfte die Siedlung in Höhenhaus die einzige dieser Bauart in Köln sein, auch wenn man in Zündorf weitere Holzhäuser findet. Von den ehemals 158 Häusern, sind noch 156 erhalten.
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Wer also mal in dieser Ecke Kölns unterwegs ist, sollte unbedingt einmal durch die Siedlung fahren oder gehen. Man wähnt sich überall, nur nicht mehr in Köln.
Vielleicht hat euch dieser kleine Abstecher in eine der vielen Kölner Siedlungen gefallen. Wenn ja, könnt ihr den Beitrag gerne weiterteilen.
Habt einen schönen Sonntag, wo immer ihr auch seid.
Bis bald, eure Elisabeth
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