Der Hildebold-Dom

Der Hildebold-Dom
Davon, dass unser Dom, so wie die meisten Kirchen Kölns, einen Vorgänger hat, den „Alten Dom“ oder „Hildebold-Dom“, habe ich euch bereits berichtet. Der Begriff „Alter Dom“ erklärt sich ja von selbst, aber warum „Hildebold-Dom“? Wer war dieser Hildebold? Gehen wir zurück in das 8. Jahrhundert…
Hildebold war ein einfacher Dorfpfarrer, der seine Gottesdienste in einer kleinen Kapelle (im heutigen Lindenthaler Krieler Dömchen) abhielt. Nun trug es sich laut einer Sage zu, dass Kaiser Karl der Große auf dem Weg nach Köln zur Wahl des Bischofs an eben dieser Kapelle vorbeikam. Erschöpft von der Jagd, an der er kurz zuvor noch teilgenommen hatte, gönnte er sich und seinem Pferd eine Pause, band dieses draußen an und betrat die kleine Kapelle, gerade als Pfarrer Hildebold seinen Gottesdienst hielt. Karl, vom Pfarrer unerkannt geblieben, war so berührt von dem eben erlebten Gottesdienst, dass er Hildebold ein Goldstück für die Kapelle spenden wollte, welches dieser aber ablehnte, in dem Glauben, einen normalen Jäger vor sich zu haben, der sich großtun wollte. Stattdessen wünschte er sich lediglich ein Stückchen Leder als Einband für sein Gebetbuch.
Karl imponierte diese Bescheidenheit sehr. Er gab sich zu erkennen und war von diesem Tage an ein guter Freund Hildebolds.
Aber er war nicht nur ein Freund, er förderte den Geistlichen auch, wo er nur konnte. So setzte er Hildebold im Jahre 787 als Bischof von Köln ein.
Dieses Amt bekleidete dieser bis zum Jahre 795. Von 795 bis 818 dann war er der erste Erzbischof des Erzbistums Köln. Dieser Titel allerdings war ein Ehrentitel, das Pallium, ein Amtsabzeichen der römisch-katholischen Metropoliten erhielt erst Erzbischof Gunthar um das Jahr 850 von Papst Nikolaus.
Aber zurück zu Hildebold. Bereits in seiner Amtszeit als Bischof von Köln wurde er im Jahr 791 von Karl dem Großen zum Erzkaplan der Hofkapelle und auch zum Reichskanzler ernannt.
Welche Macht ein Herrscher hatte, zeigte sich beispielsweise darin, dass Karl Papst Hadrian I. bat, Hildebold von seiner Residenzpflicht in Köln zu entbinden und dieser Bitte auch nachgegeben wurde. Hildebold konnte so seinen weltlichen Pflichten am Hofe Karls des Großen nachkommen. Der Erzbischof war dort ein sehr richtungsweisender Mann, denn die Hofkapelle mit ihren Kaplänen bildeten das weltliche und kirchliche Zentrum, bzw. deren Verwaltung. Die Schriftenwicklung des christlichen Abendlandes fand hier ihren Ursprung.
Nachdem das Bistum Köln im Jahre 794/795 zum Erzbistum erhoben worden war, welchem mehrere Bistümer, wie z. B. Bremen, Lüttich oder Minden als sogenannte Suffraganbistümer unterstellt waren, wurde die Vergrößerung des damaligen Kölner Domes von Erzbischof Hildebold veranlasst. Zur Erklärung: Suffragan hat nichts mit dem Suff zu tun, sondern kommt vom lateinischen Wort „Suffragium“, einem Begriff aus dem Kirchenrecht, was soviel bedeutet wie: „dem Erzbischof unterstellt“.
Erzbischof Hildebold gründete während seiner Amtszeit die Kölner Domschule, ebenso stiftete er die Dombibliothek. Noch heute sind in Köln mehrere Handschriften erhalten, in denen Hildebold im „Codex sub Pio Patre Hildebaldo scriptus“ erscheint, was besagt, dass die Schriften von ihm stammen und in seinem Besitz waren.
Wir schreiben das Jahr 811…als erster Zeuge unterschreibt Hildebold das Testament seines Freundes Karl des Großen und drei Jahre später, als es auf dessen Ende zuging, erhielt dieser vom Erzbischof in Aachen die heilige Kommunion und die letzte Ölung.
Seine Stellung behielt Hildebold auch nach dem Tode Karls, bis er selbst im Jahre 818 in Köln starb. Beigesetzt wurde er, nein, nicht im Kölner Dom, wie man jetzt vermuten könnte, sondern in St. Gereon.
Ob der Bau zur Erweiterung des „Alten Domes“ wirklich ihm, oder etwas weiter oben beschrieben, jenem Erzbischof Gunthar zugeschrieben werden soll, ist fraglich. Gunthar wurde exkommuniziert, verblieb jedoch für drei Jahre im Amt. Als Namensgeber kam er so aber nicht mehr in Frage und so schrieb man die Kirche dem bekannteren Hildebold zu.
Es ist erstaunlich, wie verwoben alles miteinander ist. Im Kölner Dom „trifft“ man ebenso auf Hildebold, wie ihr im Foto sehen könnt, ebenso wie in St. Gereon. Ich finde die Kölner Geschichte mehr als faszinierend. Und ihr?
Bis bald
eure Ramona
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