Der drüje Pitter

Unser Kölner Dom steht unter dem Patrozinium (Schutzherrschaft) des Apostels Petrus. Auch die erste Domglocke trägt den Namen des Heiligen. Und außerhalb des Domes finden wir in unmittelbarer Nähe etwas, das ebenfalls den Petrus im Namen hat. Den Petrusbrunnen, auch „drüje Pitter“ genannt.

An der Südseite des Domes, auf der Papstterrasse, hat er seit 2010 seinen festen Platz, nachdem er schon einige Umzüge überstehen musste.
Ursprünglich wurde er im Mai 1870 am Domchor aufgestellt. Für fließendes Wasser war die Stadt Köln zuständig, nur hat genau das nicht funktioniert. Es gab zuerst keine Leitungen, und später wurden solche nicht richtig angedreht und der Erfolg der Wasserversorgung ließ zu wünschen übrig, da er auch dann lediglich nur getropft haben soll. So blieb er also ein Brunnen ohne Wasser, was ihm den Spitznamen „der drüje Pitter“ einbrachte. Aber wie heißt es so schön? Einem geschenkten Gaul usw…

Nachdem kein Geld für den erdachten Brunnen da war, stiftete nämlich Königin Augusta, Gattin Wilhelm I. den Kölnern den Brunnen. Dieser wurde, nach einem Entwurf des damaligen Dombaumeisters Richard Voigtel, vom Dombildhauer Peter Fuchs gefertigt. Zunächst sollte der Brunnen von Fantasiewesen, wie dem Greif, getragen werden. Als königliches Geschenk erschien das aber nicht angemessen, so dass man sich statt für diese Gestalten nun für Löwen entschied. Aber weiter in der Zeitleiste…

Als mehr oder weniger nicht zu gebrauchender Wasserspender stand der Petrusbrunnen bis zum Jahr 1960 an seinem Platz am Domchor (erinnert mich gerade ein kleines bisschen an den Dombau seinerzeit, sprich, an seine Zeit als Bauruine), bevor er auch dort weg musste. Dort wurde jetzt die Domplatte gebaut und die Treppenanlage beim Brunnen abgerissen. Der Brunnen konnte dort also nicht bleiben und wurde an eine andere Stelle verfrachtet, nämlich zwischen Domchor und Sakristei.

1999, also 39 Jahre, in denen der Petrusbrunnen auch dort nutzlos herumstand, begannen dort Baumaßnahmen, im Zuge derer er nun wieder einmal weichen musste, außerdem hatte das Material inzwischen sehr gelitten, Stein und Leitungen waren stark angegriffen. Der Petrusbrunnen wurde im Depot eingelagert. Für mehr als 10 Jahre.

Im Jahr 2010 wurde dann dank einer Spendensammlung der „Bürgergesellschaft Köln 1863“ der restaurierte, neugotische Brunnen an seinem heutigen Standort zwischen Lang- und Querhaus
auf der Papstterrasse aufgestellt, wo er heute munter sprudelt. Im Normalfall zumindest.

Wenn ihr euch fragt, warum der Brunnen in seiner ganzen Optik und den Figuren dem Dom so ähnelt, das liegt daran, dass bei dessen Entwurf natürlich darauf geachtet wurde, dass er zur mittelalterlichen, gotischen Bauweise passte.

Vielleicht hätte man einen Platz finden können, an dem der drüje Pitter noch besser zur Geltung kommen würde, dennoch ist hier ein schöner Platz, um kurz innezuhalten und dem Spiel des Wassers zuzuschauen.
Ich wünsche euch schöne Momente am Petrusbrunnen an unserem Kölner Dom.

Eure Ramona

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