Klettenbergpark und Beethovenpark – Zeit für Spaziergänge

 

Spaziergänge sind etwas schönes, und ich entdecke gerade in letzter Zeit immer mehr unsere vielen Parks für mich. Sie sind oftmals nicht riesig und meist auch keine “Sensation”, aber mir gefallen sie so, wie sie sind. Und ein paar Besonderheiten lassen sich ja doch immer wieder finden, man muss nur genau hinschauen.

Anfangen möchte ich heute mit dem Klettenbergpark und dem fast gegenüber liegenden Beethovenpark. Beide kann man sich problemlos auf einem Spaziergang anschauen.

Der Klettenbergpark

Der Park im, wie der Name ja schon verrät, Stadtteil Klettenberg besteht bereits seit 1907 und wurde damals auf dem Gelände einer Kiesgrube in Form eines Dreiecks als Naturgarten und Höhenpark angelegt. Dass es dazu kam, verdanken wir der Tatsache, dass der Baugesellschaft, der dieses Gelände damals gehörte, hier eine Fundamentierung für die Bebauung des Geländes zu aufwendig war. So wurde das Kiesgrubengelände an die Stadt verkauft .

10 Meter tief war die Kiesgrube, was auch erklärt, warum der Park in einem kleinen Kessel und damit deutlich tiefer liegt, als der Stadtteil Klettenberg. Verantwortlich dafür war der Gartendirektor Fritz Encke. Auf diesen Namen werden wir übrigens immer wieder treffen, wenn es um Grünflächen in Köln geht. Dies war der erste Park, den er in Köln anlegte, weitere sollten folgen.

Encke hat hier versucht, verschiedene rheinische Landschaftsbilder der jeweiligen Regionen zu vereinen. Gut gelungen finde ich. So ziert die Mitte des Parks ein hübscher Teich mit wunderbarer Ufervegetation. Die alten Parks wurden damals weniger der Natur zuliebe angelegt, sondern um den Bürgern einen Ort der Erholung zu geben. Eigentlich hat dieser Park nur eine Größe von 7 Hektar, aber man hat damals ein kluges Wegenetz mit unasphaltierten Wegen angelegt, so schaut man immer wieder von anderen Ecken in den Park hinein, dadurch entsteht das Gefühl, der Park wäre deutlich größer.

Während eines Spaziergangs durch den Klettenbergpark trifft man auf einen kleinen Wasserfall, auf einen Basaltsteinbruch, sowie eine Eifel-Schieferformation. Hier konnte den Kindern zum Beispiel gezeigt werden, wie der Schiefer ihrer Schreibtalel normalerweise aussieht. Beide Felsanlagen wurden extra hier angelegt, um der Jugend die heimischen Gesteine näherbringen zu können. Encke wollte also nicht nur eine Grünanlage schaffen, sondern auch die Geologie in den Vordergrund des Parks stellen. Früher gab es auch einen kleinen Brunnen oben auf der Aussichtsfläche und einen kleinen Rosengarten. Auch Spielgelegenheiten sind ausreichend vorhanden.

Zwei Punkte gefallen mir übrigens ganz besonders. Zum einen das ausgeklügelte Wegenetz und zum zweiten die Ruhe hier, denn obwohl der Park neben der viel befahrenen Luxemburger Straße liegt, hört man fast nichts davon, ich denke, hier macht sich einfach bemerkbar, dass dieser Park tiefer liegt.

Der Beethovenpark

Der Beethovenpark, auf dem Gelände der ehemaligen Esserschen Kiesgrube entstanden, ist mit seinen über 40 Hektar deutlich weitläufiger und offener für weite Blicke. Den schönsten hat man vielleicht vom Trümmerberg, der am Rande deutlich herausragt und mit Bänken und einem Wetterpilz zum Rasten einlädt. Diesen Berg gibt es erst seit 1953, er entstand, wie der Name schon sagt, durch das Abladen vom Schutt der Kriegsruinen, die hier aufgetürmt wurden.

Allerdings ist dieser Park deutlich älter. Gartenbaudirektor Fritz Encke (da ist er schon wieder), plante ihn schon 1925, sein Nachfolger Theodor Nußbaum setzte die Pläne dann 1927 um und schuf die etwa 40 Hektar große Parkanlage auf einer ehemaligen Kiesgrube. Beim Thema Kiesgruben muss ich automatisch an den Fühlinger See im Kölner Norden denken. Auch er entstand aus Kiesgruben.Vom Beethovenpark aus führt eine Brücke über den Militärring, so ist es möglich, den Spaziergang bis zum Decksteiner Weiher zu erweitern.

Übrigens gab es hier in Sülz mal einen kleinen Zoo. Er lag am Aquarienweg. Hier lebten unter anderem drei Affen und ein Braunbär, aber das nur nebenbei (ich werde euch demnächst mehr dazu erzählen).

Der Haupteingang an der Neuenhofer Allee führt zum dreigeteilten Schmuckgarten und einem herrlichen Pappelkranz. Spielplätze sind ebenfalls vorhanden. Wo heute nur noch Rasenflächen sind, gab es früher einmal ganz wunderbare Rosenbeete. Leider gilt auch hier: Es war einmal.

Wege gibt es hier nicht so raffiniert angelegt wie im Klettenbergpark. Hier sind es eher lange Wege mit Querverbindungen. Macht bei dieser Größe und Art der Anlage allerdings auch Sinn. Alles ist offener und der Blick geht hier mehr in die Weite. Schon deshalb macht es Spaß, beide Parks zu besuchen, sie sind völlig unterschiedlich angelegt und Langeweile kommt nicht auf.

Also, ab in die Natur.
Viel Spaß wünscht euch Ronald

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