Per sempre – Für immer

Wie viele sich das wohl schon gewünscht und erhofft haben, als sie das kleine Schlüsselchen gemeinsam in den Rhein geworfen haben…denn schließlich steckt ja hinter einem solchen Tun in der Regel der Gedanke, den Rest seines Lebens gemeinsam verbringen zu wollen.

Ihr wisst sicher längst, wovon die Rede ist. Genau, von den abertausenden Liebesschlössern, die seit einigen Jahren am Geländer der Hohenzollernbrücke von Paaren angebracht werden. Auch ich selbst bin einer dieser hoffnungslos romantischen Fälle. In allen Farben und Formen hängen sie da. Ob nun graviert oder selbst beschriftet, in Herzform oder einer anderen, größere und kleinere…und jedes einzelne trägt seine Geschichte. Und ob der Wunsch nach „für immer“ wirklich bei jedem Schloss in Erfüllung geht? Wer weiß das schon. Ich wünsche es jedem und dennoch zählt für mich schon der Gedanke des Wunsches danach und die Hoffnung darauf. Denn dass man das Leben nicht planen kann und auch nicht sollte, bekommen wir gerade in dieser Zeit mehr als deutlich vor Augen geführt.

Woher aber kommt das eigentlich, dass Menschen ihre Liebe zueinander auf diese Weise zum Ausdruck bringen? Man vermutet, dass der Ursprung in Italien liegt. Demnach sollen Studenten, nach bestandenem Abschluss an der Sanitätsakademie San Giorgio in Florenz die Vorhängeschlösser ihrer Schränke an einem Gitter der Ponte Vecchio, die den Arno überspannt, gehangen haben. Das klingt nun noch nicht so wirklich romantisch oder? Allerdings haben sich dieses wohl verliebte Paare in Rom abgeschaut und an der Milvischen Brücke fortgeführt. Sie befestigten ihr Schloss an der Brücke und warfen dann gemeinsam den kleinen Schlüssel in den Tiber…dort wird dieser Brauch übrigens mit den Worten „per sempre“ vollendet.

Wann dieser seinen Anfang nahm, kann ich leider nicht genau sagen. Auf der Liebesbrücke in Vrnjacka Banja (Serbien) zum Beispiel, sollen Paare dieser Tradition bereits seit dem ersten Weltkrieg folgen. In Pécs (Ungarn) besteht diese seit Beginn der 80er Jahre. Dort sorgte sogar die Stadtverwaltung eigens dafür, dass genügend Platz für die vielen Schlösser geschaffen wurde.

In Deutschland begannen erste Paare im Sommer 2008 damit, die ersten Liebesschlösser an der Hohenzollernbrücke anzubringen. Andere Städte folgten und dieser Brauch scheint auch nicht aufzuhalten zu sein.

Obwohl… inzwischen ist es in vielen Städten bei Strafe verboten, diese Liebesschlösser an Brücken anzubringen. Zum einen wegen der Optik, zum anderen wegen der Gefahr von Rostschäden. Aus diesem Grund hieß es auch vor etwa zwei Jahren, all die Schlösser müssten von der Hohenzollernbrücke entfernt werden, weil die Deutsche Bahn den Korrosionsschutz erneuern müsse. Durch die Vibration der vielen Züge würden die vielen tausend Schlösser am Geländer reiben und somit Schäden verursachen. Jedes einzelne Schloss hätte dazu geknackt und entsorgt werden müssen.
Zu diesem Zeitpunkt lag die Zahl der Schlösser bereits bei geschätzten 150.000!! mit einem Gewicht von 40 bis 45 Tonnen. Die Deutsche Bahn setzte zum Entfernen einen Zeitraum von drei Jahren an.

Kurz darauf widerrief sie aber das Vorhaben, da nun doch keine dringende Notwendigkeit für die Arbeiten bestünde. Die Schlösser durften bleiben. Vorerst. Was mich persönlich sehr freut, denn ich glaube, viele viele Menschen wären traurig, wenn ihr Schloss nicht mehr da wäre. Einige von euch doch sicher auch oder? Hoffen wir, dass die Liebesschlösser noch für lange Zeit ihren Platz an der Hohenzollernbrücke behalten dürfen.

Bis bald, eure Ramona

likeheartlaughterwowsadangry
0

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.