Der Fastnachtsbrunnen in Köln

IMG_20200115_114357Ihr findet ihn in der Altstadt, am Gülichplatz. Dieser Brunnen wurde bereits 1913 erbaut und erinnert an die Karnevalszeit. Der damalige Oberbürgermeister Wallraf hatte die Idee, hier einen Brunnen aufzustellen. Der Bildhauer Georg Grasegger entwarf ihn.

Eigentlich sollte er ganz anders aussehen. Straßenfiguren und kölsche Originale sollten ihn zieren. Davon nahm man dann Abstand, mir ist leider nicht bekannt warum. Sei’s drum.

Der Brunnen hat einen sehr niedrigen Sockel und dafür eine hohe bronzene Brunnenschale, die unten von Tieren, Flaschen, Pokalen und Blumen geschmückt wird. Seine Höhe beträgt satte 3,85 Meter. Außen an der Schale stehen vier tanzende Paare auf kleinen Konsolen.
Diese stellen wohl die „hilligen Knechte und Mägde“ dar. Die Geschichte dahinter kennt heute kaum noch jemand. Damals wurden die Kechte und Mägde grundsätzlich aus dem Bauernstand gestellt und waren wichtiger Bestandteil der „Rituale“ zu Karneval. So trugen sie während der Prozession die Heiligenfiguren und kirchlichen Geräte. Nachmittags wurde sich zum Reigentanz auf der Kirmes versammelt. Später wurden sie auch in den Rosenmontagszug aufgenommen.

Aus der Mitte der Schale erhebt sich eine lange Spindel mit wasserspeienden Fischköpfen. An ihrem oberen Ende finden wir eine kleine trommelschlagende und pfeifenrauchende Figur. Die Pfeife ist übrigens ein kleiner Hinweis auf den Stifter. Haus Neuerburg war damals ein Tabakhaus.

Früher stand ein reichsstädtischer Adler oben auf der Spindel. Dieser wurde im Krieg zerstört und dann durch den „Kölschen Lotterboowen“ ersetzt. Auch dieser wurde wieder von Grasegger entworfen.IMG_20200115_114417

1825 weilte Goethe zur Karnevalszeit in Köln. Er schrieb ein Gedicht darüber und vier Verse davon zieren den Beckenrand des Brunnens.

Löblich wird ein tolles Streben,
Wenn es kurz ist und mit Sinn,
Heiterkeit zum Erdenleben
Sei dem flüchtigen Rausch Gewinn.

Scheinbar war Goethe nicht so für den Karneval zu begeistern. Seit 1980 steht der Brunnen unter Denkmalschutz und das ist gut so, finde ich. Denn er ist ein Stück kölsche Geschichte.

Ach ja. Eine neuere Kölner Tradition hat der Brunnen auch zu bieten. Menschen, die sich im Karneval kennenlernen, sich zueinander hingezogen fühlen, sich aber an Karneval dann aus den Augen verlieren, haben die Chance, sich hier wieder zu finden. Denn an den sechs Samstagen nach Karneval treffen sich hier die „Suchenden“.

Na, da wünsche ich doch „viel Glück“.
Euer Ronald

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