Bis in den Himmel

Egal, wie oft ich schon über ihn geschrieben habe…für mich bleibt er ein Wunder…der Kölner Dom.
Wie oft habe ich schon staunend davor gestanden und diesen Himmelsstürmer bewundert. Ein besonderer Moment ist es jedesmal, wenn ich aus der Bahnhofshalle ins Freie trete und ihn da stehen sehe. Dieser gewaltige Riese, der bei genauer Betrachtung doch so filigran und zerbrechlich wirkt mit seinem Strebewerk und den unzähligen Türmchen bzw. Fialen, die in der gotischen Bauweise über den Strebepfeilern und Wimpergen (eine Art Giebel über einem Portal oder Fenster) ihren Platz haben. Und so wunderschön er auch von allen Seiten und aus jeder Perspektive anzuschauen ist, der Hauptblickfang ist wohl die Westfassade mit den beiden Türmen.

Wenn ich auf der Domplatte stehe und nach oben schaue, habe ich das Gefühl, sie würden direkt in den Himmel wachsen. Mir wird bewußt, wie klein ich doch bin und wieder, so wie eigentlich immer, macht sich Ehrfurcht breit. Aber auch ein Gefühl des Geborgenseins. Es ist schwer, hierfür die richtigen Worte zu finden, die muss am besten jeder für sich selbst finden, aber ich bin mir sicher, ihr versteht, was ich meine.

Zu dem Besonderen, was man beim Anblick dieser Fassade empfindet, kommt die Tatsache hinzu, dass dies die größte, je gebaute Kirchenfassade ist, mit einer Größe von ca. 7.000 Quadratmetern Fläche. Und obwohl ihre Entstehung mehrere Jahrhunderte dauerte, wovon der Stillstand der Bauzeit natürlich bedacht werden muss, ist sie in ihrer Gestaltung vollkommen gleichartig, als wäre sie zeitlich zusammenhängend gebaut worden. Dieses ist nur möglich gewesen, weil sich beim Weiterbau exakt an den noch erhaltenen Plan aus Pergament gehalten wurde, von welchem ich bereits berichet habe und ich hatte dieses Jahr das Glück, ihn im Dom sehen zu dürfen. Dieses Gefühl, ihn in voller Größe und mit dem Wissen seiner Geschichte dort betrachten zu dürfen, war unbeschreiblich.
(Zur Erinnerung: Sulpiz Boisserèe und sein Freund Georg Moller fanden je eine Hälfte des Plans in Paris und Darmstadt).

Ohne diesen „Fassadenplan F“ oder auch „Riss F“ würde diese Seite des Kölner Doms heute vermutlich nicht so aussehen, wie Meister Gerhard oder seine direkten Nachfolger sich die vollendete Westfassade vorgestellt hatten. Für mich grenzt es auch hier an ein Wunder, dass dieses Pergament überhaupt die Jahrhunderte überdauern konnte. Aber es sollte wohl so sein und wie glücklich ich persönlich darüber bin, brauche ich glaube ich nicht erwähnen.

Dieser Fassadenplan mit einer Höhe von gut 4 Metern wurde wahrscheinlich bereits um das Jahr 1280 von Dombaumeister Arnold oder dessen Sohn Johannes gezeichnet, der später auch sein Nachfolger wurde.
Die Art der Grundstuktur jedoch könnte ein Hinweis darauf sein, dass dieser Plan auf einen Entwurf Meister Gerhards, dem ersten Dombaumeister, zurückgeht, also sogar noch älter ist.
Was waren diese Menschen für Genies…
Das Gefühl gerade ist für mich wieder nicht in Worte zu fassen.

Mit dem Bau der Westfassade wurde dann um 1360 begonnen. Um genau zu sein, mit dem Bau des Südturms. Es dauerte ca. 50 Jahre, bis zweieinhalb Geschosse errichtet waren. Die ersten 6 Meter der Westwand der Nordturms entstanden jedoch erst im 16. Jahrhundert.

Dann ruhte alles…für 300 Jahre…

…bis da jemand kam, der sich die Vollendung des Kölner Doms zum Ziel der Erfüllung seiner Träume machte. Danke Sulpiz…

Die Faszination für diese „meine“ wunderschöne Kathedrale wird wohl niemals vergehen und ich hoffe, ich kann ein Stück davon weitergeben.

Eure Ramona

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