Die Gedenktafel von Baumeister Schmidt an der Hohenzollernbrücke

Wenn ihr mal wieder an der Hohenzollernbrücke steht, dann schaut euch doch mal die Gedenktafel von Baumeister Rudolf Schmidt an. Sie gehört zu den schönsten erhaltenen Tafeln der letzten 100 Jahre. Ihr findet sie im linksrheinischen Brückenkopf der Brücke. Die Platte zeigt das Portrait Schmidts, oder wie er hochoffiziell genannt wurde:
„Wirklicher Geheimer Oberregierungsrat und Präsident der Generaldirektion in Straßburg“ Rudolf Schmidt.
Dä.

Aber nun zur Geschichte dieses Herrn. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ließ die Eisenbahndirektion Köln die zweigleisige Dombrücke, die dem Verkehr längst nicht mehr gerecht wurde, umbauen. Paul von Breitenbach begann diesen Umbau und ab 1906 übernahm Rudolf Schmidt, der zu dieser Zeit der „Königlichen Eisenbahn-Direction zu Cöln“ vorstand, dessen Aufgabe. Er sollte die von den Kölnern nur „Muusfall“ genannte Brücke zur Hohenzollernbrücke umbauen.
Besonders die Brückenköpfe sollten architektonisch monumental gebaut werden, so war es zu dieser Zeit Standard, ohne jedoch das Stadtpanorama zu beeinträchtigen. Natürlich hatte auch die Kirche ihre Wünsche, nein, nicht wegen des Domes, wie man glauben könnte, sondern der Vierungsturm von Groß St. Martin sollte seine beherrschende Stellung im Stadtbild nicht verlieren. Eine schwere Aufgabe also.

In der Zeit von 1907 bis 1911 erfolgte der Ausbau der Hohenzollernbrücke und am 22. Mai 1911 wurde sie von Kaiser Wilhelm II. eingeweiht. Alle Anwesenden waren überzeugt, die Stadt sei „um einen Schmuck von bedeutender künstlerischer Wirkung“ bereichert worden. Besonders der weit geöffnete Portalbogen mit den flankierenden Türmen fand großen Anklang.
Leider ist bis auf die Sockelrampe mit einigen Resten der Aufbauten, sowie den Reiterstandbildern der wilhelminischen Pracht der preußischen Herrscher nichts mehr davon übrig.

Der Berliner Bildhauer Gotthold Riegelmann schuf damals drei Gedenktafeln. Eine war Schmidts Nachfolger im Präsidentenamt, Martini, gewidmet und für den preußischen Minister von Breitenbach soll es sogar eine bronzene Büste gegeben haben. Leider ist nur noch die Gedenktafel von Baumeister Rudolf Schmidt erhalten. Und selbst die „findet“ kaum jemand.

Übrigens war Schmidt selbst bei der Enthüllung nicht anwesend. Er war bereits nach Straßburg abkommandiert.

Schaut doch bei einem schönen Spaziergang mal, ob ihr die Gedenktafel an der Hohenzollernbrücke findet. Ich bin gespannt…

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