Letzte Ruhestätte – Kölner Dom

Wie oft drehe ich meine Runden um den Dom… Von dem faszinierenden Anblick, der sich mir jedesmal bietet, werde ich wohl nie genug bekommen. Tagsüber, wenn man von den Fratzen der Wasserspeier angestarrt wird und doch weiß, dass sie einem guten Zweck dienen, zumindest die meisten von ihnen. Einige haben auch keine andere Funktion, als einfach da zu sein, sowie die Einblicke, die man in das filigrane Strebewerk, in jede einzelne Facette dieses außergewöhnlichen Bauwerks hat.

Dann nachts, wenn die Beleuchtung an ist und unseren gotischen Himmelsstürmer in ein mystisches Licht taucht. Dieser Anblick ist für mich bis heute unbeschreiblich.

Bei einem dieser Rundgänge ist mir etwas ins Auge gefallen, was ich…klar…des öfteren schon gesehen hatte, mir aber keine weiteren Gedanken darüber gemacht habe. An was es lag, dass es diesmal anders war, ob es ein besonderes Licht war, was gerade darauf fiel, oder meine Stimmung – ich kann es nicht mal sagen. Ich blieb gegenüber des Domchores stehen und blickte auf – zum Teil schon ziemlich alte – Grabsteine.
Ich stand vor dem Domherrenfriedhof, der Begräbnisstätte von Domkapitularen, Weihbischöfen und Dompröpsten, welche bereits 1925 enstanden war. Diese Gruftanlage beherbergt 88 Plätze, ist ca. 10 Meter lang und in der Mitte ca. 3 Meter breit. Sie erstreckt sich auf jeder Seite über je 11 Bestattungsräume in vier Ebenen. Vor dem Hochkreuz befinden sich abnehmbare Platten, über die man in die Gruft gelangt.
Ein schöner Ort für diejenigen, die hier gewirkt und ihren Dienst für Kirche und Menschen getan haben. Nah bei ihrem Dom. Nur die Erzbischöfe liegen noch näher bestattet. Sie fanden den ewigen Frieden in der Krypta des Doms, in der Gruft unter dem Hochchor.69657127_594644277607553_7151796970829381632_n

Als wache sie über den Friedhof, befindet sich dort auch die sogenannte Domsäule. Der einzig erhaltene Rest einer Basilika, die einst östlich zwischen Dom und Rhein lag und sich an den Dom anschloss:
St. Maria ad gradus (Maria zu den Stufen), vollendet im Jahre 1062.

Nach der französischen Besatzung drohte vielen Stifts- und Klosterkirchen der Abbruch, oder eine Umnutzung. Nachdem St. Maria ad gradus zuerst als Lagerraum herhalten mußte, wurde sie 1817 abgerissen. Als 1827 dann der Domhügel abgetragen wurde, gingen auch die Fundamente verloren.
Nur diese eine Säule blieb…69263327_594643594274288_8104423779393863680_n

Wenn ihr das nächste mal am Dom vorbeikommt, bleibt einen Moment stehen… und lasst diesen Ort auf euch wirken.

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