Fort X

Heute möchte ich euch mitnehmen zu einem Spaziergang durch und um das Fort X.
Einige werden nun denken, es geht an den Neusser Wall, den Rosengarten,
im linksrheinischen Köln. Doch dem wird nicht so sein, denn Köln hat ein weiteres Fort X.

Dieses liegt, ihr ahnt es schon, rechtsrheinisch.
Genauer gesagt, befindet es sich am Nohlenweg.
Jenem Viereck zwischen Merheim, Höhenberg, Vingst und Ostheim. Dort ist es etwas versteckt, in einer kleinen Parkanlage, die die Umrisse der ehemaligen Festungsanlage aus der Kaiserzeit darstellt.
Das rechtsrheinische Fort X liegt unweit der Merheimer Heide, die den kaiserlichen Truppen als Exerzierplatz gedient hat. Vom Fort ist noch die eingeschossige Kehlkaserne vorhanden.
(Das Gebäude ist nicht, wie andernorts behauptet wird, zweigeschossig.)
Diese bietet einigen Vereinen nun Heimat
Eine ausgewogene Nutzung ist vorhanden. FB_IMG_1568653751245

Erbaut wurde es in den Jahren 1877 bis 1879. Es diente den Soldaten als Unterkunft.
Ich konnte heute einiges über wehrhaftes Mauerwerk erlernen und frage mich, ob es nicht generell für alle gemauerten Bauten sinnvoll ist, sie auf diese Art zu mauern. Man benötigt zwar die doppelte Anzahl an Steinen, baut aber isolierender und haltbarer.
Draußen im Park stolpert man hier und da noch auf Mauerreste, musste der Großteil der Anlage doch auf alliierten Befehl hin, gesprengt werden. So wie alle anderen Forts der Kölner Kaiserzeit unterm Preußenadler ebenfalls.
Konrad Adenauer verdanken wir, dass die Kehlkasernen als Gemeinschaftsräume erhalten blieben.
Im 2.Weltkrieg hat man dort übrigens teilweise sogar Schutz gesucht, obwohl auch die Luftwaffe, vom naheliegenden Stützpunkt Ostheim eine Stellung errichtet hatte. Nach dem Krieg fanden dort Ausgebombte und Flüchtlinge eine Notunterkunft.

Wenn man es von Außen betrachtet, was hier wunderbar funktioniert, denn man kann sowohl die gesamte Anlage einsehen, als auch den Dachbereich umwandern, dann ist man Innen noch mehr erstaunt. Zahlreiche Treppen, Gewölbebauten und reichlich Platz. Die Vereine pflegen es für ihr kölsches Brauchtum, aber auch für Theater, Musik und Sport. Fast bin ich versucht, auch dort ansässig zu werden, denn es hat einen interessanten Hof, den ich mir persönlich für allerlei Events vorstellen kann. Was aber, so der Vorsitzende Bernd Pullem, von der Stadt Köln nicht erlaubt ist, da es auf dem Hof keinen zweiten Ausgang gibt. Er erzählte mir auch von vergangenen Aktionen, wo z. B., ganz im Sinne des heimatkundlichen Gedankens, durch den Kölner Club Höhenberg e. V., eine Ausstellung mit historischen Köln- Büchern dort stattgefunden hat. Man besitzt private Archive mit 500 Köln-Büchern. Viele nicht mehr im Handel erhältlich und voller Historie. Als Kölschgänger war ich natürlich sofort begeistert.
So wurde mir dann auch gleich eine Einladung zu noch mehr Geschichte erteilt. Diese hab ich gerne angenommen und werde euch, liebe „Kölschgänger-Leser“, von dem alten Wissen gerne profitieren lassen.

Im Gespräch zum Fort X kamen wir auch auf die Dachkonstruktion zu sprechen. Absolut stabil und 1887 wegen der damals eingesetzten neuen zerstörenden Brisanzgranaten raffiniert verstärkt mit Sand und Beton. Innen Rundbögen, die eine zusätzlich stützende Funktion hatten. Wenn man oben auf das Dach sieht, hat man sich immer gefragt, warum es aussieht wie eine Kraterlandschaft. Nun, heute bekam ich die Antwort.FB_IMG_1568647558838

Eine weitere gab es auf meine Frage nach der Kennzeichnung des Forts. Warum Fort X und nicht eine andere Nummerierung, was doch logischer gewesen wäre, in Anbetracht des Forts X am Neusser Wall. Das Fort X auf der linken Rheinseite, wurde auch „Prinz Wilhelm von Preußen“ genannt und ist bereits in den Jahren zwischen 1819 und 1825 errichtet worden. Somit also über 50 Jahre vorher. Verwirrend!
So verwirrt, wie die Verwaltung damals wohl gewesen ist, denn es ist laut Bernd Pullem, schlicht und einfach ein Fehler beim Eintrag passiert. Und einmal eingetragenes, amtlich Beurkundetes wieder zu ändern, war damals um ein vielfaches schwieriger als heute. Man hat einfach nur gedacht, für den neu entstehenden äußeren Befestigungsring ebenfalls die römische Nummerierung zu wählen. Dabei wurde an Verwechslungen nicht gedacht. Vielleicht war es auch damals jedem klar. Inneres oder äußeres Fort? Heutzutage, so Pullem, sind schon Leute zum Fort X am Nohlenweg gekommen, die völlig irritiert nach dem vermeintlichen Rosengarten gefragt haben.
Auf seine Antwort: „Dann bitte einmal über den Rhein!“, war die Irritation noch größer.
Ein wenig gegrinst hab ich dabei ja schon, denn die Verwaltung schien schon damals gern für Verwirrung zu sorgen.
Ich sag mal: GELUNGEN!FB_IMG_1568647531497

Nun gab es also den inneren und äußeren Befestigungsring mit mehreren Forts, plus ein paar sogenannter Zwischenwerken.
Einige noch erhaltene Anlagen werde ich mir in nächster Zeit für euch anschauen und freue mich, wenn euch meine Exkursion gefallen hat.

Einen schönen Sonntag wünscht euch Elisabeth.

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