Max Biermann – Mit enem Lächeln bes do dobei

Das ist der Titel seiner flammneuen Single, die gerade erschienen ist. Ein wunderbarer „Gute Laune“ Song, aber hier steckt mehr dahinter. Was genau, und vieles mehr wollten wir von Max Biermann erfahren, also fragte ich wegen unseres 11 Fragen Interviews bei ihm an und er war sehr gerne bereit dazu.

Heute war es dann soweit, ich traf auf einen Musiker, der mich schon beim ersten Auftritt, den ich von ihm gesehen habe, sehr beeindruckt hat. Locker, freundlich und gute Laune verbreitend, die jeden in seinem Umfeld ansteckt. Da hat jemand richtig Spaß an dem, was er tut. Und so war es dann auch kein Wunder, dass er sein Publikum abgeholt hat, die Stimmung ausgesprochen gut war und das Konzert Appetit auf mehr gemacht hat.

Treffpunkt war ein nettes Cafe an der Neusser Straße, mitten in seinem Veedelsbereich. Voller Vorfreude auf seine neue Single, die zum Zeitpunkt des Treffs in den Startlöchern lag, wollte ich natürlich einiges über den neuen Song erfahren. Das Cover ist bunt, und auch der Song, eine sehr positive Stimmungsnummer macht Laune. Und das, obwohl der Song wie Max sagte, eine schon fast romantische Geschichte erzählt.
Max bekam hinter der Bühne während der Session die Prinzenspange überreicht mit den Worten „ Max, du musst so weitermachen mit deiner Art Musik zu machen, mit deiner guten Laune, gegen diese ganze „Miesepeterei“. Das Wort „Miesepeterei“ hat ihn irgendwie nicht mehr losgelassen, das Gedankenkarussel drehte sich, und so entstand der neue Song. Er hat das Wort dann eingekölscht und daraus einen positiven Song gemacht. Darin geht es um die fiktive „KG Gut gelaunt“ und in dem Song hat er herrliche Wortspiele verarbeitet, so kommen Leute vor wie „Testosteronny“ oder „Dramartin“. Es lohnt sich, mal ganz genau hinzuhören. Max sagte, er wollte ein positives Lied schreiben, die ist ihm absolut gelungen.

Gerade bei den Konzerten steht für ihn der Spaß im Vordergrund. Da wird gerne etwas improvisiert, er spult kein Konzert ab, dass sich „wie von CD“ anhört, sondern bietet ein „Live-Erlebnis“. Kein Konzert ist wie das andere, er kommuniziert mit dem Publikum, nimmt es mit und so wird der Abend dann zu einem Erlebnis, welches man eben nicht morgen schon wieder vergessen hat.

Er spielt seine Konzerte solo, aber auch mit seiner Combo. Die Idee, mit Combo zu spielen, ist übrigens der Band Nirvana geschuldet. Und diese Combo, bestehend aus Max, Ben Argandona und Marcel Richard ist wirklich stark, der Bassist war eine Zeit lang bei Clueso, der Drummer ist schon bei Rock am Ring aufgetreten. Beide kennt er schon sehr lange, Marcel von der Schule, und Ben auch schon seit dem Jahr 2000.

Und wer kommt schon auf die Idee, über den Ebertplatz zu singen? Doch nur jemand, der wirklich genau hinschaut, sich eine eigene Meinung bildet und sich auch umgesehen hat. Doch nur jemand, der dort im Veedel lebt und zu seinem Veedel steht. Für mich ist das hier mein Köln sagt er, Ebertplatz, Eigelstein, Kunibertsveedel, Agnesveedel, du hast hier alle Gesellschaftsschichten, Menschen verschiedener Herkunft treffen hier aufeinander, das ist total spannend, bietet mir einen unfassbaren Mehrwert.
So ist der Eigelsteintorplatz für mich einer der schönsten Plätze in Köln. Kopfsteinpflaster, die Altbauten, draußen sitzen können, das genieße ich. und der Ebertplatz verbindet das alles.

Zu unseren 11 Fragen kann ich nur sagen, ganz starke Antworten. Zum Beispiel die Frage nach der Lieblingskneipe. Max hat mehrmals korrigiert, hat in sich reingehört, er kennt viele gute Läden, aber wann ist eine Lokalität meine Lieblingslokalität? Nach langem Nachdenken und aufzählen vieler Kneipen kam er dann zum Schluss, eigentlich gibt es ein Lokal, in das es ihn seit 1997 immer wieder zieht. Er war da zwar nie der Stammgast, der jedes Wochenende da war, aber Max war immer wieder da, all die Jahre bis heute, hat da schon in seinen Geburtstag gefeiert, außerdem gibt es da einen genialen Tequila vom Fass. Deshalb freut es ihn besonders, und ist auch eine Herzensangelegenheit, da am 11.11 erneut zu spielen.

Jetzt aber zu unseren 11 Fragen, die Max sehr ausführlich beantwortet hat. Ich hoffe, ihr habt beim Lesen so viel Spaß, wie ich beim Gespräch mit diesem äußerst sympathischen Musiker hatte.

1. Was verbindet dich mit Köln?

Ich bin hier geboren, aufgewachsen und trage es im Herzen!

2. Wie feierst du Karneval?

Im Kostüm! Und am liebsten in nicht touristischen Veedelskneipen, die sich die Mühe machen und bei sich eine schöne kölsche Liedauswahl laufen lassen. Ballermann- und Schlagerfrei!

3. Wo würdest du Leben wollen wenn nicht in oder um Köln?

Definitiv in Melbourne! Das Klima ist für australische Verhältnisse mild, es gibt (Wein-) Berge,
Stadtstrände mit Wellengang wie im Mittelmeer und super Surfspots die man in knapp 30 Minuten
erreicht. Man kann also an einem Tag in die Berge Rennradfahren gehen und am nächsten Wellenreiten, zwei meiner Lieblingshobbys! Dadurch, dass es so Multi-Kulti ist, gibt es kulinarisch gesehen alles was das Herz begehrt. Und alles rund um das Thema Essen in einer Qualität die man hier in Köln kaum findet.
Es gibt eine große und sehr spannende Musikszene mit vielen Auftrittsmöglichkeiten und einer sehr
hohen musikalischen Qualität. Also gibt es auch jede Menge toller Konzerte die man besuchen kann.
Dazu finden dort mehrfach im Jahr international relevante Sportgroßevents statt. Und alles
eingebunden in den Stadtbereich. Und wenn man Heimweh nach Europa bekommt, gibt es eine sehr große italienische Population und zudem die größte griechische außerhalb von Griechenland. Und die
Leute sind offen, tolerant und ziemlich progressiv.

4. Hast du Lieblingsplätze oder Rückzugsorte in der Stadt?

Mein Lieblingsplatz ist der Eigelsteintorplatz. Durch das Kopfsteinpflaster und die viele
Außengastronomie hat er unfassbar viel Charme. Da meint man gar nicht, dass man mitten in Köln ist. Ansonsten bin ich als Müngersdorfer sehr gerne und sehr regelmäßig in meinem Heimatveedel bei den Heimspielen des ortsansässigen Fußballvereins im Stadion. Wobei das in den letzten 25 Jahren leider oft eher eine Folterkammer als ein Lieblingsplatz war…

5. Deine Lieblingslokalität?

Das ist sehr schwer zu beantworten. Aber da ich seit 1997 immer wieder (am Ende des Tages) im Low
Budget lande, ist das wohl die Lokalität, in die ich am längsten immer wieder einkehre. Dort habe ich
auch schon diverse Male in meinen Geburtstag reingefeiert. Gut gezapftes Kölsch, es läuft meine Musik und es gibt halt Tequila vom Fass…
Und nicht zu vergessen meine Karnevals-Auftritte, am 11.11. und am Karnevalswochenende, mit meiner COMBO auf der wohl kleinsten Bühne in Köln?

6. Was fehlt dir in Köln?

Vor allem Strände mit Wellen zum Surfen!

7. Dein Lieblingsveedel?

Tatsächlich alles rund um den Ebertplatz, an dem ich sehr gerne wohne! Agnesviertel, Eigelstein,
Kunibertsviertel – Hier gibt es alles was man braucht. Und hier ist es auch immer noch so wie Köln
meinem Empfinden nach immer war. Alle Gesellschaftsschichten und sämtliche Kulturen treffen
permanent aufeinander und müssen sich zwangsläufig miteinander auseinandersetzen, was für mich
einen großen Mehrwert darstellt!

8. Was geht dir in Köln auf die Nerven?

Leider viel zu oft der unpünktliche und viel zu teure öffentliche Personennahverkehr. Und wenn man
sich dann die Fahrradwege in Köln anguckt, scheint die Motivation, ernstzunehmende Alternativen zum Auto zu schaffen, bei der Stadt nicht wirklich vorhanden zu sein.

9. Wer ist für dich eine echte Kölsche Persönlichkeit?

Artur Tabat, der über Jahrzehnte lang das Radrennen Rund um Köln organisiert hat. Mehr Köln in einer Person geht nicht!!! Artur ist nicht nur ein ganz toller Mensch mit einem grandiosen Humor, egal, welche Geschichte Artur erzählt, sie bietet potentiell immer Stoff für ein Kölsches Lied oder eineBüttenrede. Herrlich!!! Es gibt nur sehr wenige Menschen, die mich so oft und einfach zum Lachen bringen können wie Artur Tabat!

10. Wenn du einen Tag OB wärst, was würdest du ändern?

Ein Tag wäre natürlich viel zu kurz, gerade angesichts der ganzen Bürokratie bei der Stadt… Trotzdem
würde ich versuchen, den öffentlichen Personennahverkehr kostenlos zu machen. Das klappt in anderen Städten wie z.B. Melbourne ziemlich gut. Und ich würde versuchen, dass mehr Geld in Schulen investiert wird. Es kann doch zum Beispiel nicht sein, dass die Schule auf der ich Abitur gemacht habe, im Grunde seit den 90ern nicht saniert worden ist und die damals schon halb eingefallene kleine Turnhalle dort immer noch „steht“.

11. Was ist für dich das kölsche Jeföhl?

Das ist für mich eine ziemlich schwer zu beantwortende Frage. Mit dem so oft beschworenen und
besungenen „Kölschen Jeföhl“ ist für mich so eine Sache, weil ich das für mich gar nicht so wirklich
verordnen kann. Für mich ist das eher etwas wonach sich einige Menschen sehr stark sehnen, weil
sie unbedingt so richtig „Kölsch“ sein wollen. Was auch immer das dann heißt… Wenn sich fremde
Menschen in der Kneipe ansprechen oder sich dann irgendwann singend in den Armen liegen, ist das für mich kein Jeföhl, sondern normal. Ich bin so aufgewachsen.

Kölschgänger bedanken sich bei Max Biermann für das Interview.

Quellenhinweis Foto: Kay-Uwe Paulen Krake

Die nächsten Konzerte:

Solo-Kneipenkonzert am 11.10. im Gaffel im Marienbild (Eintritt frei!)
und das Doppelkonzert MAX Biermann COMBO und Drei Ahle un ne Zivi am 18.10. im Rahmen des 3. Kölner Krätzjer Fest, im Dom im Stapelhaus. Karten hierfür gibt es bei koelnticket.de.

Seine neue Single „Met enem Lächeln bes do dobei“

Mehr von Max Biermann:
Page: www.maxbiermann.de
FB: www.facebook.com/maxbiermannmusik/

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