Der Wasserturm von Stammheim

Als ich vor 2 Wochen in Stammheim zu Gast war, auf der Suche nach spannenden Geschichten, fand ich u.a. auch den Stammheimer Wasserturm.

Dazu konnte man mir viel erzählen. Doch zuallererst fiel mein Blick auf ein Straßenschild, dem Ali-Kurt-Weg. Sofort wusste ich, wer dieser „Ali Kurt „gewesen ist. Ein Held, ein mutiger couragierter Mann! Geboren in Istanbul und gestorben 2014 in Köln Stammheim, beim Versuch, 2 Kinder aus dem Rhein zu retten. Und hinter diesem Weg liegt der alte Wasserturm, am südlichen Rand von Stammheim.

Er wurde 1881 erbaut und hatte ursprünglich eine Höhe von 40 m. Heute sind noch ca. 24 m erhalten.

Mehrere kohlebetriebene Dampfmaschinen haben dereinst in einem Nebengebäude Grundwasser aus Brunnenschächten gefördert um Mülheim und seine Bezirke, ja auch Kalk, mit Trinkwasser zu versorgen. Ein Teil des Turmes wurde leider abgetragen. Seit 1.7.1980 steht der Stammheimer Wasserturm, von manchen auch als Mülheimer Turm bezeichnet, unter Denkmalschutz.
Über dem verschlossenen Eingang erkennt man noch die Inschrift des früheren Eigentümers, der „Rheinischen Wasserwerks Gesellschaft“ Der Backsteinturm ist leider alles, was von dem Wasserwerk noch erhalten geblieben ist.

Einige Fenster sind heute zugemauert. Damit sich eben nicht mehr jeder unbefugt Zugang verschaffen kann. So war einst auch ein Junge beim spielen in den Turm geklettert und in die Tiefe gestürzt. Dabei zog er sich schwere Verletzungen zu. Zur Bergung musste die Feuerwehr Höhenretter einsetzen.

2007 wurde der Turm einem privaten Investor verkauft. Dieser bekam für diverse Bauvorhaben wohl keine Genehmigung und auch die jüngsten Pläne lassen nicht gerade Hoffnung aufkommen. 2016 wurde er darum laut Anwohner erneut verkauft.

Irgendwie scheitert wohl jede weitere Nutzung stets. So wurde in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts, auch der Plan, den Turm zum Museum umzubauen, verworfen. Schuld war wie so oft, das fehlende Kapital.

Wie es auch immer mit ihm weitergehen mag, es ist eine schöne Ecke, an der man bei einer Kölnpfad Wanderung vorbei läuft. Der Turm ist auch vom linksrheinischen Niehler Rheinufer sichtbar und man möchte am liebsten von dort hinüberrufen: „Rapunzel, lass dein Haar herunter!“
Doch bevor ich nun in die Märchenwelt eintauche , sag ich mal:

„Allen Lesern einen besinnlichen Sonntag“

Eure Elisabeth

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