Das Flughafenstadion

Im Sportpark Höhenberg, in der Merheimer Heide, liegt das ehemalige Flughafenstadion, welches heute das Stadion des FC Viktoria Köln ist.

Doch warum wird es im Volksmund immer noch Flughafenstadion genannt?

Zunächst denkt man, ist doch logisch, es liegt unweit des ehemaligen Flughafens Ostheim. Man ist geneigt, diese Verbindung zu ziehen. Allerdings liegt man dabei völlig falsch, denn der Name stammt von dem früheren Sponsor, der Flughafen GmbH Köln-Bonn, die in den 90er Jahren des letzten Jahrtausends den Verein unterstützte.

Doch seine eigentliche Eröffnung als „Stadion am Höhenberger Ring“ liegt viel weiter zurück. 1921 wurde es eröffnet und konnte 30.000 Zuschauer fassen. Heute unvorstellbar! Vor allem gab es nur Stehplätze. Mit den Jahren wurde die Zuschauerkapazität immer weiter reduziert. Dennoch verlor es nie an Bedeutung. Etwas verwirrend sind die Aussagen, wenn die einen 1921, andere 1931 und wieder andere 1941 als Beginn des Fußballstadions angeben. Dabei ist ganz klar, es spielten der VfR Köln oder auch Germania Kalk 1904 dort. VfR steht für Vereinigung für Rasensport.68960488_591701947901786_209774805556133888_n

Fakt ist, die Bestimmung wechselte zeitweise (dazu später mehr) und so sind wir heute mit „Sportpark“, auf der richtigen Spur. Doch wenn Viktoria so weitermacht, was ich mir natürlich wünsche, wird es wohl als bekanntes rechtsrheinisches Fußballstadion in die Geschichte eingehen.

Bevor Viktoria ansässig wurde, spielte dort SC Rapid Köln, die 1957 mit Preußen Dellbrück fusionierten.
Diese waren übrigens damals sehr spielstark und sind heute noch legendär. Man hat ihnen in Dellbrück den Preußen-Dellbrück-Weg gewidmet.
Im Gegensatz zum SC Rapid hatten sie aber kein eigenes Stadion zur Verfügung.

Aus dieser Fusion heraus entstand der SC Viktoria Köln, welcher u. a. Spieler des alten Preußen Dellbrück und des Vereins Brück in der Mannschaft hatte. Heute ist es der FC Viktoria Köln, welchem das Stadion Heimat bietet.
Und diese Viktoria-Mannschaft hat es in sich. Zwar spielen sie „nur“ in der 3. Liga. Aber immerhin!68797298_591701894568458_5753469203956891648_n

Ich bin jedenfalls stolz auf unseren rechtsrheinischen Verein, mit ihrem Maskottchen Viktor. Was dem FC sein Hennes und den Kölner Haien ihr Sharky, ist der Viktor für Viktoria.
Noch mehr Stolz kam in mir hoch, beim Anblick der Ehrenmitgliedertafel. Ein entfernter Verwandter von mir wurde darauf verewigt.

Auch eine Frau steht darauf.
Eine!
Diese ist niemand anderes als Gisela Weisweiler, die Frau des legendären Hennes Weisweiler.
Jener Hennes Weisweiler, der seine Laufbahn bei Viktoria startete und auch meinen Verwandten zum SC Viktoria holte.
Doch auch viele andere bekannte Persönlichkeiten findet man auf der Ehrenmitgliedstafel (siehe Foto)68976978_591701807901800_6557269700588339200_n

Das größte rechtsrheinische Stadion Kölns hat eine bewegte Geschichte, wurde es doch bereits Anfang des 20. Jahrhunderts als Leichtathletikstadion genutzt. Eine Weile wurde diese dort mehr betrieben als Fußball. Mittlerweile ist aber davon nichts mehr zu sehen. Doch auch heutzutage wird dort nicht nur Fußball gespielt, sondern Rugby oder Football der Cologne Crocodiles.

Zahlreiche Modernisierungen, neue Tribünenplätze, Bedachung, Begrünung und Flutlichtmasten wurden in den Jahren dort angebracht.
Man konnte sogar wegen der Architektur, 1993, eine Auszeichnung einheimsen. An den Säulen bei Block 3 kann man u.a. den IOC Award sehen (siehe Foto).69649133_591701654568482_3144935977965846528_n

Die überdachte Tribüne des Stadions bietet Platz für 3000 Zuschauer und wurde 1989 von der 2004 verstorbenen Architektin Verena Dietrich erbaut.

Besonders die Jugend wird dort sehr gut gefördert. Ab und an schaut auch mal ein Talentscout vorbei, am „Hennes Weisweiler Jugend- und Leistungssportzentrum“.
Sollte unser Jüngster einmal Ambitionen zu Fußball bekommen, hab ich mir fest vorgenommen, geht er zu Viktoria. Allerdings hatte ich den Gedanken schon vor seiner Geburt und heute wurde dieser einfach nochmal bestätigt.
Ein Jugend-Bistro, ist als kleine Gastronomie vorhanden. Die Snacks hab ich noch nicht probiert, aber der Kaffee ist schon mal gut.
So sitzt man dort in der Woche und schaut einfach beim Training zu. An Wochenenden wird sogar manchmal gegrillt.
Die Viktoria Vamilie (es wird dort alles statt mit F mit V geschrieben) möchte zusammenwachsen und tolerant sein.

Zum Sportpark Höhenberg gehören übrigens auch einige Tennisplätze. Die Merheimer Heide grenzt ans Grundstück und bietet weitere Sport und Freizeitmöglichkeiten. So sieht man die Spieler von Viktoria schon mal dort joggen. Dabei fliegen dann Flugzeuge über die Heide, die im Landeanflug auf Köln – Bonn dort vorbeikommen. Passend für das „alte Flughafenstadion“.
Im Juli diesen Jahres wurde die neue Südtribüne fertiggestellt. Somit erfüllt der Sportpark Höhenberg, künftig mit 10.001 Plätzen, die vom DFB geforderte Größe in der 3. Liga. Damit ist auch die Auflage vom Tisch, ansonsten im linksrheinischen Südstadion spielen zu müssen. Viktoria bleibt rechts vom Rhein! Dort wo sie hingehören.69327236_591701751235139_1198253922343452672_n

Wenn euch mein Kölschgang gefallen hat, dann besucht es doch mal, das ehemalige „Flughafenstadion“ im Sportpark Höhenberg.
Mit der Linie 1 ganz leicht zu erreichen. Ausstieg Frankfurter Straße oder am Kalker Friedhof. Dort kann man bei einem kleinen Spaziergang über die Merheimer Heide laufen, die zu Kaisers Zeiten ein Exerzierplatz war und man kommt nach knapp 10 Minuten zum Stadion.

Euch einen schönen Sonntag,

eure Elisabeth

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