Das Autokino

Im rechtsrheinischen Porz entstand 1967 das einzige Kölner Autokino.
Ich bin so froh, dass es die Jahre überstanden hat und uns bis heute erhalten geblieben ist. Immerhin gab es einmal an die 40 Autokinos in Deutschland.
Auf der 15 m hohen und 36 m breiten Leinwand werden sowohl aktuelle Kinofilme, wie auch Klassiker vorgeführt.
Sehr zu meiner Freude sogar Grease, bei welchem eine Filmszene ebenfalls in einem Autokino spielt.
Über die UKW Frequenz 90,5 hört man dort dem Film zu.
Wer von euch „Grease“ kennt, kann sich vorstellen, wie gerade dieser Kultfilm zum Autokino passt.

Auf dem großen Parkplatz haben 1300 Autos Platz. Die alten Ruf- und Lautsprechersäulen stehen heute nur noch sporadisch auf dem Platz.
Dieser ist immer ein wenig schräg, damit der Hintermann auch etwas sieht.
Manchmal sieht man mehr als man denkt, denn auch heute wird ab und an noch im Autokino gefummelt. Nein, ich war es nicht! Ich gehe ganz brav in der Pause zur Pommesbude und hole mir Currywurst mit Pommes.
Popcorn und Coke bekommt man natürlich auch vor Ort. Die machen dort übrigens einen hervorragenden Kaffee. Dabei fällt mir ein: „Ja, es gibt WCs!“ Alles in allem wie in einem normalen Kino auch. Nur gemütlicher und persönlicher. Ich ziehe es jedem anderen Kino vor.
An mehreren Wochentagen finden dort Trödelmärkte statt und sonntags manchmal ein Automarkt. Dies stört manch einen Besucher, wie ich erfahren konnte. Warum eigentlich? Nun mich stört es nicht, denn nur so hat das Autokino in Porz die Zeit überdauern können. Hauptsache, wenn Vorführung ist, ist das typische Autokino Feeling wieder da. Bislang klappte dies problemlos.
Das Autokino wird sinnigerweise „Drive in“ genannt.

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Vor ein paar Jahren war ich mal im Winter dort. Am Ende der Vorstellung wollte unsere Autobatterie nicht mehr. Kein Problem! Man hat dort ein Gerät, welches in 30 Sekunden den Wagen wieder zum Start verhilft.

Bei meinem Gespräch mit dem Theaterleiter Thorsten Schwiers, (es ist wirklich die echte Berufsbezeichnung für den Kinobetreiber, welcher nicht gleich der Inhaber ist. Inhaber ist hier ein Herr Jann.) kam ich auch auf das Gerücht zu sprechen, welches zurzeit im Umlauf ist. So wird der Real in Porz demnächst seine Pforten schließen. Daraus entwickelte sich bei der Bevölkerung die Meinung, auch das Autokino würde dort dann verschwinden.
Herr Schwiers versicherte mir, dem wird nicht so sein. Im Gegenteil! Zurzeit entsteht ein neuer Eingangsbereich und auch eine 7000 Watt starke neue digitale Projektionsanlage mit Laserlicht wird demnächst installiert.
Warum sollte man also weiterhin investieren und modernisieren, wenn es wirklich seine Pforte schließen würde?
Die DWS mit Sitz in Starnberg, die Eigentümer des Kinos ist, wird wohl kaum in ein Lichtspieltheater investieren, wenn es keine Zukunft hätte.

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Nach den Zuschauerzahlen gefragt, bewegen sie sich je nach Tag und Film zwischen 100 und 1000 Besuchern.
Übrigens ein Grund, warum auch Märkte auf dem Gelände stattfinden müssen, denn nur mit Kino alleine, könnte man die Unterhaltskosten nicht stemmen.

Im Sommer spielt man dort die „Classic Filme“, in warmen Sommernächten nach 22 Uhr.

Vielleicht habt ihr ja Lust, einmal dorthin zu fahren und versetzt euch gedanklich zurück in die Anfänge des Autokinos. Trotz moderner Technik ist es dennoch ein gutes Stück Nostalgie, welches den Besuchern geboten wird.
Im Winter kann man sogar eine kleine Heizung mieten.

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Kommt man tagsüber ohne Betrieb, sieht es etwas verwaist aus. Doch spätestens zu Beginn der Dämmerung wird es lebendig, im Autokino Porz.

Einen schönen Sonntag wünscht euch eure Elisabeth.

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