Der Hornpott

Friedlich grast ein fremdartiges Rindvieh am Ufer des Sees. Es ist ein schottisches Galloway Rind, wie die Schautafel mir später Auskunft gibt. Mehrere Libellenarten fliegen wie kleine Helikopter an mir vorbei. Fette Erdkröten kreuzen meinen Weg.
Da!
Huschte dort ein Salamander?
Aus den Wipfeln der verschiedenen Laubbaumarten, zwitschern viele Singvögel.

Ich befinde mich irgendwo in der Wildnis.

Oder nicht?
Hatte man mir nicht gesagt, du gehst jetzt nach Kunstfeld? Dorthin, wo es 7 denkmalgeschützte Toilettenhäuschen in einer Reihe gibt. So richtig alte Holzbüdchen mit dem Herz in der Türmitte. Doch jetzt stand ich 55 m über NN, verriet mir auch diesmal wieder die Schautafel. Ich war am Hornpott angekommen. Jenem Naturschutzgebiet Kölns, welches noch zu Köln Dünnwald gezählt wurde, ja auch zu der alten Siedlung Kunstfeld. Angrenzend befindet sich die Stadtgrenze zu Leverkusen Schlebusch. Die mitunter auch Hornpott genannte Kunstfeldsiedlung wurde 1823 angelegt und ist die älteste Arbeitersiedlung im Rheinland. Und diese mitten im Grünen gelegene Siedlung, mit ihrem Baumbestand schließt sich direkt mit dem Naturschutzgebiet zusammen.67570424_583377588734222_2872724915000180736_n

Man wähnt sich auch hier, wieder einmal mehr in einer ganz anderen Welt Kölns. Fernab von Dom und Großstadtlärm.

Doch warum sagen die einen Kunstfeld und die anderen Hornpott?
Begonnen hat diese abgeschiedene Ecke Dünnwalds als Waldsiedlung im Kunstfeld. Entstanden durch eine chemische Fabrik. Eine weitere Fabrik kam hinzu. Letztere produzierte Horn – u. Knochenmehl zum Düngen. So entstand der Name Hornpott.

Diesem wurde übrigens ein hölzernes Denkmal gesetzt, in Form einer Ruhebank mit einem „Hornpott“.67602708_583377552067559_4532664796343959552_n

Das Naturschutzgebiet, welches aus einer ehemaligen Kiesgrube entstanden ist, wurde 1983 unter Naturschutz gestellt. Eine Wanderung rund um das Biotop dauert ca.90 Minuten. Unterbrochen von den Aussichtspunkten, die dort angelegt wurden. Sehr zu meiner Freude, denn so nimmt man sich Zeit, um Flora und Fauna näher zu betrachten. Etwas was ich ausgiebig gemacht habe.
Falls Eure Neugier geweckt ist, es ist Sonntag und warum nicht einen Spaziergang im Hornpott unternehmen?

Einen schönen Sonntag wünscht Elisabeth.
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