Die Erker Mühle

Am Rande des Naherholungsgebiets der „Brücker Hardt“, befindet sich ein Mühlrad aus Metall. Dieses ist ein Denkmal und soll an die Erker Mühle erinnern. Die hatte dort einmal ihren Standort. Genau gesagt am südlichen Rand von Brück. Wenn man vom Brücker Mauspfad kommt und in den Olbertsweg einbiegt, sieht man das Mühlrad sofort.

Zwei in die Jahre gekommene Bänke nebst Tisch, laden zum Verweilen ein.
Während rechts der Verkehr des Mauspfades vorbeibraust, plätschert links der Flehbach in den „Mühlensee“.

Doch eigentlich ist gerade wieder einmal Trockenzeit angesagt.
Etwas, was schon 200 Jahre früher dort zu beobachten war. Gerade in den Sommermonaten kam der Betrieb an der Erker Mühle, die als Frucht – und Gerstmühle angelegt war, zum Erliegen.

Vielleicht ist dies der Grund, warum es eine hohe Fluktuation an Eigentümern gab. Denn was nutzte dem Müller eine Mühle, die ihn nicht ernähren konnte.

Besonders Wanderer nutzen gerne diese Gegend. Man parkt auf dem großen Parkplatz am Waldkindergarten, dort, wo im 2. Weltkrieg der Flughafen Ostheim einen Abstellplatz für Flugzeuge hatte. Sogar eine Feldbahn soll es dort gegeben haben, die von Bensberg kommend, den Fliegerhorst mit Material versorgte. Für uns heutzutage nahezu unvorstellbar, doch das Gelände, welches den Militärflughafen Ostheim stellte, war riesig. Es erstreckte sich über Teile Ostheims, Merheims und Brück. Steht man heute dort und blickt auf die Bauwagen des Waldkindergartens, wird die Vorstellung noch irrealer.

Die Stadt Köln legte in der Hardt 1967 einen Wildpark an. Das weitläufige Gehege des Schwarzwilds wird vom Flehbach durchzogen, der auch den Mühlenteich speisen musste. Das Gehege ist immer noch vorhanden und wird von einer Wildschweinrotte bewohnt. Ebenso gibt es ein Rotwildgehege und neue Futterautomaten.

In der Nähe der Erker Mühle wurde ein Amphibienschutzgebiet errichtet. Bei meinem „Kölschgang“ am Mühlenteich sah ich große Fische und Schildkröten. Letztere bestimmt einmal ausgesetzt. Auffallend war, es gab diesmal keine Enten und Gänse dort. Dies ist nicht immer so. Bei meinem letzten Besuch waren sie noch da.

Der Mühlenteich wird in manchen Karten noch als „Kahnweiher“ bezeichnet. Dies resultiert wohl aus den Jahren 1920 bis 1944, damals soll es dort ein Waldcafé mit Bootsverleih gegeben haben.
Ich sah nahe am Radweg Fundamente. Ob diese wohl davon stammten? Vielleicht!

Man konnte auch erfahren, die Versorgung der Siedlung Königsforst wurde in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts von der Erker Mühle aus, mittels eines Pferdefuhrwerks betrieben.

Erwähnenswert ist vielleicht noch, es gab am ehemaligen Mühlenstandort lange Zeit ein Büdchen. Das Gebiet war in den 70er Jahren als Freizeitanlage sehr beliebt. Unabhängig davon war auf der anderen Straßenseite ein Campingplatz. Auf der Wanderkarte ist der Zeltplatz noch verzeichnet. Das Büdchen verschwand, als der alte Besitzer verstarb und seine Frau ins Seniorenheim zog.

Damit endete ein weiteres Kapitel „Erker Mühle“.

Seit 1961 besteht in der Gegend allerdings ein Wasserwerk „Erker Mühle“, welches eins von 8 rechtsrheinischen Wasserwerken darstellt. Man muss nur ein wenig dem Olbertsweg folgen. Das Wasser soll hier so gut sein, dass eine weitere Aufbereitung mittels Kohle und Kokosnussschalen nicht notwendig ist, sondern nach Durchlauf der fünffiltrigen Anlage direkt eingespeist werden kann.

Mit der Trockenheit hat es wohl weniger Probleme als die alte Mühle. Denn dieses holt sich die Wasseransammlungen aus der Tiefe und nicht von der Oberfläche.

Wenn euch die Geschichte rund um die Erker Mühle gefallen hat, freuen wir uns über Weiterverbreitung.

Einen schönen Sonntag wünscht euch Elisabeth.

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