Die Schifferkapelle zu Westhoven

Als ich dieser Tage am Rhein entlang spazierte, bemerkte ich ein schwarzes Kreuz auf einem Rheinkilometerstein. Dort wo sonst die Zahl steht.
Nun weiß man, wenn man aus einer Schifferfamilie kommt, was dies zu bedeuten hat. Es sagt nur aus, man ist noch exakt einen halben Kilometer vom nächsten Rheinkilometer entfernt.

Als Laie denkt man aber gern was anderes. Vor allem, wenn wie in meinem Fall, in unmittelbarer Nähe ein alter Friedhof nebst Kapelle zu finden ist.
Meine Neugier war geweckt und wurde kulturhistorisch reich belohnt.

Vor allem der alte Porzer Angler, der mich zufrieden lächelnd betrachtete, als ich die Sehenswürdigkeiten vor Ort fotografierte. Er wusste z.B., dort wo ich nun stand, da hatte einst ein richtig altes Dorf gelegen. Das frühere Westhoven. Zerstört durch die Franzosen, die gerne eine freie Sicht zum Rhein haben wollten. Geblieben war nur die Kapelle und der bis 1929 genutzte Friedhof, der bereits seit 1128 als solcher diente.

Und auf diesem Gelände stand ich nun.
Einige alte Grabsteine waren noch vorhanden. Eine Holztafel (siehe Foto) zeugte von der Kapelle, die sich anmutig gen Himmel reckte. Mit Fachwerk versehen, ein kleines Schmuckstück.

Die Kapelle gehört zu den romanischen Kirchenbauten Kölns und wurde einst dem Hl. Nikolaus von Myra, dem Schutzpatron der Schiffer und Seeleute gewidmet. Eine Schifferkapelle also, die die Binnenschiffer vom Rhein aus sehen konnten. So mancher Schiffer hat früher dort eine Rast eingelegt und die St. Nikolaus Kapelle besucht.

Manchmal kam auch der Rhein bei der Kapelle zu Besuch. Zumindest kam er ihr recht nah, wie die 3 Hochwassermarkierungen, die in der Nähe angebracht sind, bezeugen. (siehe Foto)

Zum Glück liegt sie auf einer kleinen Anhöhe. Man kann sich richtig gut vorstellen, wie der fahrende Schiffer die Kapelle vom Rhein aus wahrgenommen hat. Zumal der Rhein auch hier aus seiner Bogenfahrt des Porzer Rheinbogens kommt. Der Bau wurde aus Kiesel und Tuffstein errichtet und weiß angestrichen, wie auch St. Heribert in Deutz. Das ist aber kein Zufall, denn St. Nikolaus gehörte einst zur Benediktinerabtei Deutz.

Für mich ist Westhoven eine der Ecken am Rhein, wo man sich wie im Urlaub fühlen kann. Der alte Angler nickt dazu und schaut noch einmal zu St. Nikolaus hoch, bevor er am Sandstrand verschwindet und ich leise „Petri Heil“ sage

Euch allen einen sonnigen Sonntag, eure Elisabeth.

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