Hollands bedeutendster Dichter, ein kölscher Jung – Joost van den Vondel

Wie jetzt, kann das wahr sein? Ja, auch wenn die Überschrift ein wenig reißerisch daherkommt, es ist tatsächlich wahr. Joost van der Vondel gilt allgemein als der bedeutendste niederländische Dichter der Renaissance.

Geboren am 17.11.1587 in unserer Stadt, genau genommen in der Großen Witschgasse 1a. Seine ersten neun Jahre verbrachte er in Köln, bis seine Eltern gezwungenermaßen nach Amsterdam zogen. Denn so, wie sie damals aus religiösen Gründen aus Antwerpen geflohen waren, mussten sie später aus denselben Gründen auch Köln verlassen.

Joost übernahm in Amsterdam nach seiner Schul- und Lehrzeit das Textilgeschäft seiner Eltern, überhaupt war Amsterdam zu dieser Zeit eines der wichtigsten europäischen Zentren und in den Niederlanden bezeichnet man diese Zeit als „das Goldene Zeitalter“, auch dank des künstlerischen Wirkens Van den Vondels, der das niederländische Drama reformierte.

Er schrieb Dramen, Schauspiele, viele davon mit biblischen Stoffen, übersetzte einige Werke aus anderen Sprachen ins Niederländische. Auch schrieb er 1651 die Anleitung zur niederländischen Dichtkunst, die starken Einfluss auf die Künste dieser Zeit ausübte. Da er ein großer „Fan“ des römischen Dichters Seneca war, und stark von diesem beeinflusst wurde, finden wir viele endlos lange Monologe, Geister und Traumerscheinungen in seinen Dramen. Sein bekanntestes Werk ist sicher Gijsbrecht van Aemstel .Er starb am 05.02.1679 in Amsterdam. Dort wird er bis heute sehr verehrt, so gibt es mitten in Amsterdam den Vondelpark mit einer Statue von ihm. Die niederländische 5-Gulden- Banknote von 1973 zierte sein Gesicht, der Asteroid 2992 Vondel wurde nach ihm benannt. Bei uns in Köln ist in der Neustadt eine Straße nach ihm benannt.

Ebenso hat er immer offen von seiner Sehnsucht und Liebe zu seiner Heimatstadt gesprochen und diese Zuneigung zu Köln nie verloren. Er schrieb von seiner großen Sehnsucht nach seinem Geburtsort, die er empfinde, und 1639 verarbeitete er die Ursula-Legende in seiner Tragödie „Jungfrauen“.
Als der schwedische König Gustav Adolf II. 1632 Köln bedrohte, schrieb er ihm das Gedicht „Olivenzweig für Gustav Adolf“ und bat ihn darin, seine Heimatstadt zu verschonen.

In Köln ist er wohl ziemlich in Vergessenheit geraten, deshalb möchte ich heute mit dieser kleinen Geschichte einmal auf ihn aufmerksam machen, er war ein Kölscher und hat seine Heimatstadt tief in seinem Herzen getragen.

Euer Ronald

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