Auf Sand gebaut…

…das ist unser Dom. Gebaut auf den Rheinsanden. Und dennoch steht er fest auf Fundamenten, die, so sagen Statiker, noch viel mehr Gewicht tragen könnten als seine 120.000 Tonnen Gesamtgewicht.
120.000 Tonnen – unvorstellbar oder?

Außerdem befindet er sich in einem Erdbebengebiet. Aber selbst, wenn es mal beben sollte, und ich drücke es mal so aus – haut es ihn nicht um. Denn man wusste schon im Mittelalter davon und verwendete zwischen den extrem harten und bruchsicheren Basaltsteinen den weicheren und elastischen Tuffstein, der bei Druck nachgibt. Ich bewundere immer wieder das Wissen und Können Meister Gerhards, der wirklich ALLES bedacht hat.

Was aber ist jetzt am Fundament des Kölner Doms so besonders?
Es reicht 16 Meter in die Tiefe. Und es wiegt – 120.000 Tonnen. Der Dom wiegt nämlich unten genausoviel wie oben. Aber woher weiß man das alles? Archäologen haben im Jahre 1946 mit Ausgrabungsarbeiten unter dem Dom begonnen. Dabei kamen aber nicht nur die unterirdischen mächtigen, tragenden Pfeiler zu Tage, sondern auch ein Teil der Geschichte Kölns.

In den durch die Ausgrabungen entstandenen Gewölben und Gängen fand und findet man Überreste uralter Zeiten und Kulturen. (Im Dom zumindest ist das sicher ein Grund zur Freude, aber wenn bei Bauarbeiten „aus Versehen“ etwas ausgegraben wird, schüttet man das in Köln heute am liebsten direkt wieder zu. Denn Funde bedeuten Baustopp).

Ich habe an einer solchen Führung unter dem Dom teilgenommen und mich packte, gelinde gesagt, die blanke Ehrfurcht. Vor dem, was sich hier vor so vielen Jahrhunderten, gar bis zu über 1.500 Jahren abspielte, ebenso vor dem, was die Archäologen hier geleistet haben. Man steht mitten in den Zeugnissen alter Zeiten.

Man fand zum Beispiel Reste einer römischen Fußbodenheizung, wunderschön verzierte Fußböden, die aber, als die Gebäude verfallen waren, zugeschüttet wurden. Ebenso wurden Mauern im Bereich unter dem Binnenchor entdeckt, die zu einem kleinen Gebetsraum gehört haben könnten. Leider lässt sich dieses nicht sicher belegen. Hier unten jedenfalls, und das ist sicher, begann die Geschichte unseres Kölner Domes.

Umgeben von diesen Funden zeigen sich Überreste einer fränkischen Kirche und des karolingischen Doms, dem „Vorfahren“ des heutigen gotischen Doms.
Spektakulär sind die beiden Grabfunde aus der Frankenzeit. Vermutlich eine Mutter und ihr ca. 6 Jahre alter Sohn, samt Grabbeigaben, wie Gold, Schmuck, Holzmöbel, die allerdings inzwischen zerfallen sind, und ein Helm des Jungen.

Aber was auch immer die Archäologen bisher fanden und nachfolgende Generationen von Archäologen noch finden werden… steht man hier unten unter dem Dom, spürt man den Geist der Vergangenheit auf jedem Meter.
Ich kann euch eine so eine Führung nur ans Herz legen. Sie wird euch diese unsere einzigartige Kathedrale noch näher bringen.

Bis bald
eure Ramona

Köln, Dom, Bilder der Ausgrabungen
© Foto: Ramona Krippner

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