Jens Streifling

Jens Streifling kommt aus Leipzig, ja, und doch schlägt sein Herz längst kölsch. 1989 verließ er mit seiner Familie die DDR und wurde in Köln ansässig. So tourte er unter anderem mit L.S.E und Viva La Diva.

1992 beteiligte er sich am „Arsch huh“ Projekt und lernte dort Wolfgang Niedecken kennen. Er machte bei Niedeckens „Leopardefell“ Projekt mit und wurde 1996 festes Mitglied bei BAP. Auch mit Udo Lindenberg stand er schon auf der Bühne.
Der Multiinstrumentalist ist in Köln längst eine Institution.

Seit 2003 spielt er bei der Kölner Mundart-Musikgruppe Höhner und gehört dort wohl schon zum Inventar. Ich denke, jeder der kölsche Musik hört, kennt auch Jens Streifling.
Deshalb freue ich mich sehr, ihn heute bei unserer „11 Fragen“ Geschichte präsentieren zu dürfen. Und los gehts…

1. Was verbindet dich mit Köln?

Köln ist meine zweite Heimat. Ich lebe hier schon länger als in meiner ersten Heimat – Leipzig. Die Sprache habe ich durch das Singen von kölschen Liedern gelernt. Ich mag die Menschen hier, die das Leben leicht nehmen und ein großes Herz haben

2. Wie feierst du Karneval, oder versuchst du, ihm zu entfliehen?

Erstmal spiele ich ja mit den Höhnern ca. 180 Auftritte im Karneval. Und wenn dieser Marathon geschafft ist, feiere ich Rosenmontag mit Freunden im Unkelbach.

3. Wo würdet du Leben wollen, wenn nicht in Köln?

Ich glaube, Mallorca ist so ein Platz, wo ich später mal leben will, aber im Moment will ich nicht aus meinem kleinen Dorf Bornheim-Brenig weg. Ist ja nur 25 Min. von Kölle entfernt?

4. Hast du Lieblingsplätze oder Rückzugsorte in der Stadt?

Einer meiner Lieblingsplätze ist die Beachbar im Tanzbrunnen. Der Blick von dort aus auf die Stadt und den Dom ist einfach fantastisch.Vor allem im Sonnenuntergang.
Die Domplatte mit den vielen Musikern, die an jeder Ecke spielen, mag ich auch sehr. Leider sind die Gesetze für Strassenmusiker strenger geworden. Aber als ich vor 30 Jahren hier ankam war mir klar, das also ist Freiheit.

5. Deine Lieblingslokalität?

La Vita, nicht ganz billig, aber top. Naja wenn ich dann mit meiner Frau mal essen gehe, dann muss es was Besonderes sein. Und dort habe ich ihr auch damals meinen Heiratsantrag gemacht.

6. Was fehlt dir in Köln?

Wenn man Köln z. B. mit Bonn vergleichen würde, fehlen mir in Köln die alten Gründerzeithäuser. Aber da kann man nix machen, die waren nach dem Krieg fast alle zerstört.

7. Dein Lieblingsveedel?

Ist und wird immer die Südstadt bleiben

8. Was geht dir in Köln auf die Nerven?

Die Tausende von Ampeln. Alle 50 m stehen bleiben. Baustellen, die gefühlt nie fertig werden.

9. Wer ist für dich eine „echte“ kölsche Persönlichkeit?

Henning Krautmacher. Auch wenn das jetzt ein Kollege ist. Aber Henning steht in ganz Deutschland für Kölsches Lebensgefühl und kölsche Musik. Es ist manchmal schwer irgendwo in der Republik neben ihm zu laufen. Ständig Fotos und Ah der Herr Höhner. Aber Henning ist immer geduldig und freundlich zu allen.

10. Wenn du einen Tag OB wärst, was würdest du ändern?

Schwer zu sagen. Das will ich gar nicht sein. Ich bin Musiker und sehr glücklich in meinem Beruf. Ok dann würde ich das Strassenmusikergesetz ändern. Die dürfen jetzt nur noch 30 Min. an einer Stelle bleiben, und müssen dann weiter ziehen. Das ist einfach Quatsch.

11. Was ist für dich das kölsche Jeföhl?.

Ich hab es das erste mal vor 27 Jahren erlebt. Ich war Stagemanager im Tanzbrunnen bei Linus Talentprobe. Ein etwas kräftigerer Sänger kommt auf die Bühne. Die 5000 Menschen sind sehr skeptisch und drehen sich erstmal um. Der Sänger fängt mit schöner Stimme an: In unsrem Veedel von den Föös zu singen.
5000 Menschen nehmen sich in die Arme und singen lautstark mit. Ich hatte sofort Gänsehaut. Ich kannte den Song damals noch nicht aber ich wusste das ist großes kölsches Gefühl.

Kölschgänger bedanken sich bei Jens Streifling für das beantworten unserer Fragen.

Fotoquelle: Jens Streifling

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