Alice Herrwegen

„Et Alice“ ist in Köln-Sülz aufgewachsen und somit ein echtes kölsches Mädchen – und noch viel mehr.

Dieses Jahr lautet das Karnevals-Motto „Uns Sproch es Heimat.“ Mir schoss dabei sofort das Bild durch den Kopf, wie Alice mir die Tür zum „Heim“ öffnet. Kölsch lernen, ohne dass Alice ihre Finger im Spiel hat? Für mich undenkbar.

An vielen der frischen, neuen Werke zur kölschen Sprache hat sie mitgewirkt. Einige hat sie selbst verfasst: Wörterbuch, Grammatiken und zuletzt die Übersetzung von „Gregs Tagebuch“, dessen deutsche Bände seit Jahren die Kinderbuchabteilungen bereichern, sowei ihre Hilfestellung „Wie säht mer noch ens?“, die sich nicht nur an Autoren der kölschen Sprache richtet. Einige hier wissen es auch: meine kölschen Texte wären viel fehlerhafter und unrunder, wenn Alice Herrwegen mir im Hintergrund nicht unermüdlich helfen würde.

Jetzt hat sie ihr diesjähriges Kölsch Kabarett „Do ka‘ mer doch dran föhle!“ fertig. Und wenn Sie das so sagt, weiß ich jetzt schon: uns erwartet mit scharfen Verstand beobachtete Kritik, die Dinge auf den Punkt bringt – so dass wir alle lachen werden.

Die Termine des Programms sind Donnerstag, der 29. November 2018, die beiden Freitage 23. und 30. November 2018 und die beiden Samstage 24. November und 1. Dezember 2018. Alice startet ihre Vorstellung immer um 20.00 Uhr, Einlass 19.30 Uhr, im Pfarrsaal St. Nikolaus, Berrenrather Str. 256, 50937 Köln. Der Eintritt beträgt 18 Euro. Reservieren könnt ihr unter Telefon 0176-50759274 und unter der E-Mail: info@koelschkabarett.de . Ihre Seite findet Ihr hier: www.koelschkabarett.de

Hier nun die Fragen und Antworten:

1. Was verbindet dich mit Köln?
In erster Linie die Sprache. Köln ist meine Heimat. Ich bin in Sülz aufgewachsen, meine Eltern, Großeltern, Urgroßeltern und der Rest der Verwandtschaft sprachen nur Kölsch. Geprägt hat mich diese Sprache, die Mentalität, das Arbeiterumfeld, das mir eine wunderbare Bodenständigkeit bescherte, der Altermarktspielkreis unter Richard Griesbach, der mir die kölsche Literatur näherbrachte und mein Talent zum Schreiben und Theaterspielen förderte, was ich in meinen Kabarettprogrammen auslebe, und nicht zuletzt meine berufliche Tätigkeit bei der Akademie för uns kölsche Sproch.

2. Wie feierst du Karneval oder versuchst ihm zu entfliehen?
Früher habe ich den Straßen- und Kneipenkarneval geliebt. Seit einigen Jahren entfliehe ich dem Treiben, da es Formen angenommen hat, die mir nicht mehr dem ursprünglichen Sinn zu entsprechen scheinen. Für Komasaufen braucht man nicht den Karneval als Alibi. Aber auch Sitzungen, die zunehmend durch zu laute Bands und Partystimmung gekennzeichnet sind und wo Comedy als kölsche Büttenrede verkauft wird, haben nicht mehr viel mit Karneval zu tun. „Mit der Zeit gehen“ ist eine Sache, „alles zu einem Einheitsbrei vermischen“ eine andere.

3. Wo würdest du leben wollen, wenn nicht in Köln?
In Europa würde ich mich wohl fühlen in Paris, Barcelona oder im Süden Portugals, darüber hinaust in Indien.

4. Hast du Lieblingsplätze oder Rückzugsorte in der Stadt?
Aachener Weiher, Decksteiner Weiher, Forstbotanischer Garten, Flora, Rheinpark, Rheinufer mag ich sehr, um in der Natur zu sein. In der Stadt spaziere ich gern durch das Viertel um Ehrenstr./ Pfeilstr./Friesenstr., die Severinstr. oder das Eigelsteinviertel.

5. Deine Lieblingslokalität?
Das Päffgen in der Friesenstraße

6. Was fehlt dir in Köln?
Ein gut funktionierendes, preiswertes oder gar kostenfreies öffentliches Verkehrsnetz und Aufzüge, die nicht alle drei Tage kaputt sind.

7. Dein Lieblingsveedel?
Sülz natürlich, wo ich aufgewachsen bin und wohne.

8. Was geht dir in Köln auf die Nerven?
Leute, die keine Ahnung haben zu einem bestimmten Thema, aber den Mund aufreißen. Um es mit den Bläck Fööss zu sagen: „Mer bruche keiner, dä de Schnüss opmäht, dä se beser halde dät!

9. Welche Kölner Künstler schätzt du besonders??
Solche, die ihre Kunst wirklich beherrschen, sich aber ihre Bescheidenheit bewahrt haben, wie Ludwig Sebus oder Hans Süper.

10. Was schätzt du an Köln und den Kölnern?
Die offene Art, andere Menschen mit einzuschließen,

11. Verbindet die Kölner das “kölsche Geföhl”?
Nein, das ist meines Erachtens ein schwammiger Begriff, mit dem viel Unfug getrieben wird. Was die Kölner verbindet, ist eine bestimmte Art von Humor und Schlagfertigkeit.