Der Frauenbrunnen am Farina-Haus

Morgen ist Weltfrauentag, was passt da besser als ein Beitrag über den Frauenbrunnen?

Mitten in der City, im Innenhof des Farina-Hauses finde ich ihn, den Frauenbrunnen. Eigentlich trägt er den Namen „Frauen im Wandel der Zeit“, aber fast alle nennen ihn einfach „Frauenbrunnen“. Aber hoffentlich mit Respekt. Wer nicht gezielt nach ihm sucht, wird ihn nicht finden. Man ist schnell daran vorbei gelaufen und hat den Innenhof übersehen. Ich habe den Brunnen aber gefunden und das ist gut, denn sonst wäre dieser Beitrag hier zu Ende. Nein, Blödsinn, natürlich kenne ich dieses hübsche Kleinod.

Hier in diesem Hof vergesse ich jedesmal, dass ich mitten in der Stadt bin. Totale Ruhe, viel Grün und mittendrin dieser hübsche Brunnen. Ich habe schon eine ganze Menge Brunnen in Köln gesehen und mich häufig beklagt, wie ungepflegt viele aussehen. Hier möchte ich deshalb auch mal loben. Dieser Brunnen ist in einem äußerlich sehr schönen Zustand. Auch um den Brunnen ist alles gepflegt. Ich bin positiv beeindruckt. Muss man dann ja auch mal sagen, nicht nur meckern.

Bunt kommt er daher, ungewöhnlich bunt. Ein kleiner, angenehm niedriger Zaun umfasst den säulenartigen Brunnen. Der Zaun wirkt nicht störend, trotzdem wäre es ohne ihn schöner. Jetzt, wo ich direkt vor dem Brunnen stehe, kommen mir die Farben nicht mehr ganz so bunt vor, wie eben noch aus größerer Entfernung. Vielleicht bilde ich mir das aber auch nur ein. Erschaffen wurde die Skulpturensäule 1987 von der Bildhauerin Anneliese Langenbach. Meine Recherche ergab, dass die Bildhauerin sich die Frage gestellt hat: was trugen die Frauen in den entsprechenden Epochen? Dies hat sie dann in die Skulpur mit einfließen lassen.

Nun schaue ich mir den Brunnen genauer an, denn im Gegensatz zu vielen eher langweilig anmutenden Brunnen gibt es hier eine ganze Menge zu entdecken, wenn man bereit ist, ihn auf sich wirken zu lassen und ihn in aller Ruhe umrundet, am besten mehrmals.

Den unteren Bereich des Brunnens bildet eine Säule, auf der nur Schilder mit Jahreszahlen angebracht sind. Auf diesen stehen die Namen der jeweils darüber stehenden Frauen. Allesamt in den üblichen Gewändern ihrer Epoche gekleidet, ergibt sich so ein schönes Bild. Über den Damen steht der Titel des Brunnens „Die Kölner Frauen im Wandel der Zeit“, das Ganze von Blumen umschmückt. Doch welche Damen sind hier eigentlich dargestellt? Hier die Damen im Zeitraffer.

Natürlich beginnt es wie in unserer Stadtgeschichte im 1. Jahrhundert mit der Ubierin, daneben dann die Römerin. Mit dem Ende der römischen Herrschaft kamen die Franken und mit ihr die Christianisierung. Daneben dann die heilige Ursula, die Schutzpatronin Kölns und sicher die bekannteste Jungfrau, die ja vom Hunnenkönig Attila höchstselbst niedergemetzelt wurde. Nun folgt eine Frau in der typischen Kleidung des 14. Jahrhunderts.

Die nächste Frau steht für das Jahr 1424. Sie stellt eine Jüdin dar, denn in dieser Zeit wurden die Juden aus der Stadt vertrieben. Es folgt eine Niederländerin, um 1600 kamen viele Protestanten, die in ihrer Heimat verfolgt wurden, nach Köln. Zu dieser Zeit war Köln konfessionsoffen. Nun, wir sind im 18./19. Jahrhundert angekommen, folgt eine Italienerin, und damit wird der Bezug zu diesem Ort hergestellt, denn Farina ließ sich zu dieser Zeit hier an diesem Ort nieder und baute hier seine „Fabrik“ und produzierte sein Kölnisch Wasser.

Das Farina-Haus vorn ist übrigens wirklich einen Besuch wert. Nun gehts ins Jahr 1832, die nächste Dame ist sehr preussisch gekleidet. Die letzte Dame zeigt das Jahr 1987 und ist zeitgenössisch gekleidet und wir sind damit einmal rum um den Brunnen.

Ja, Köln hatte schon immer starke und hübsche Frauen, darauf sollten wir stolz sein.

Hübsch ist dieser Brunnen und ich kann euch nur empfehlen, ihn einmal zu besuchen. Am besten in Verbindung mit dem Farina-Haus. Überhaupt ist dieser kleine Hinterhof mit seinem Gärtchen eine kleine Ruheoase mitten in der Stadt.

Vorgestellt: Frauenbrunnen
Ort: Obenmarspforten 21(Farina-Innenhof), 50667 Köln
Anfahrt: Heumarkt, Linie 1,5,7,9

Euch eine gute Zeit, bleibt neugierig und aufmerksam.
Euer Ronald.

(von Ronald Füllbrandt)

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