Alter kölscher Adel – oder wie die Kölner zu Schmitzens wurden

Letzter Woche genannter Anfrage nach einem Bericht über die Schmitzsäule möchte ich heute gerne nachkommen und den nachfolgenden, vor längerem bereits schon einmal erschienenen und nun überarbeiteten Beitrag veröffentlichen. In diesem geht es um den „alten kölschen Adel“.

Hier sind jetzt nicht, wie man vielleicht vermuten könnte, blaublütige Vorfahren mit deren Nachkommen gemeint, die hier weiter ihr Unwesen trei…ben. Nein, hier sind die Leute gemeint, die…und jetzt bitte doch mal ernst nehmen…“Schmitz“ heißen. Selbst ein Blick ins Telefonbuch bestätigt das. Aber warum gerade Schmitz?

Man hat, was die Kölner Ur-Ahnen betrifft, herausgefunden, und das besagt eine der vier Inschriften der Säule, dass seinerzeit in der römischen Hafenanlage gutaussehende römische Legionäre die dortigen Lagerhallen bewachten und des öfteren „Besuch“ von Ubiermädchen erhielten. Bei diesen Schäferstündchen sollen die ersten Schmitzens entstanden sein. Woraus sich hier allerdings der Name Schmitz ableitet, erschließt sich mir nicht, also nehmen wir es mal so als gegeben hin.

Jupp Engels, Architekt und sehr interessiert an der Geschichte der Stadt, Ronald hat letzte Woche bereits über ihn berichtet in seinem Beitrag über die Bodenplatte am Alter Markt, war der Meinung, dem kölschen Adel, verbunden mit dem Namen „Schmitz“ gehört ein Denkmal gesetzt, nachdem man auf seinem Grundstück nun alte Steine der eben genannten alten römischen Hafenanlage (heutiges Martinsviertel) ausgegraben hatte. So kamen die Kölner zur Schmitzsäule. Jupp Engels spendete bereits 1965 das Geld, fertig errichtet war sie dann 1969.

Eine weitere der Inschriften beschreibt ein ganz besonderes Detail. Typisch kölsch, kann ich da nur wieder sagen. Im selben Jahr nämlich wie der Errichtung der Schmitzsäule, 1969, betrat der erste Mensch den Mond und die Kölner ließen nun vom Institut für Weltraumforschung in Bochum genau den Abstand des linken Fussabdrucks von Mr. Neil Armstrong auf dem Mond zur Schmitzsäule ausrechnen. Und der beträgt 389.994 Kilometer und…100 Meter! Dä.

Und wo finden wir nun dieses besondere Denkmal? Die offizielle Adresse ist der Alter Markt 30. Aber da findet man es nicht, obwohl man doch eine 4,50 Meter hohe Säule eigentlich nicht übersehen kann. Weiter heißt es, sie befände sich in der Nähe der beiden Figuren Tünnes und Schäl. Das wäre dann die Lintgasse 9. Aber auch da – Fehlanzeige. Nächster Tipp: An Groß St. Martin. Dort findet man aber nur die Umbauung des ehemaligen Klostergeländes von Groß St. Martin. Man braucht schon etwas Geduld, um irgendwann an der Westseite den Hinweis zu erhalten, dass man die Säule findet, wenn man VOR der romanischen Kirche steht.

Ich bin mir sicher, ihr werdet dieses Denkmal des „alten kölschen Adels“ finden.

 

(von Ramona Krippner)

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