Madonna in den Trümmern

Einer meiner letzten Spaziergänge durch Köln führte mich an einem Ort vorbei, an dem einmal eine der größten Pfarrkirchen der Stadt gestanden hat. Ihr Schicksal vernahm einen etwas anderen Lauf, als viele der anderen Kirchen. Im zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört, wurde sie nicht wieder so aufgebaut, wie sie war. Der Name dieser Kirche: St. Kolumba…Sie erinnert mich ein bisschen an Alt St. Alban. Auch dort bin ich zuerst fast vorbeigegangen, ohne wahrzunehmen, dass dort die Überreste einer Kirche stehen. So auch hier jetzt. Lediglich einige Teile der Außenwände blieben erhalten, sowie ein Turmstumpf und noch etwas ganz besonderes. Eine stehende Figur der Maria, der Mutter Gottes. Ist es nicht beachtlich, und auch etwas mystisch, dass gerade sie die Angriffe des Krieges völlig unbeschadet überstanden hat? Die Bezeichnung, die diese Figur bekam, nämlich „Madonna in den Trümmern“ spricht geradezu für sich, da bedarf es keiner weiteren Worte. Traurigkeit macht sich breit in Gedenken an diese Zeit aber auch Dankbarkeit, diese nicht miterlebt haben zu müssen.

Wie gesagt, wurde die Kirche, zu der ich gleich noch näher eingehe, nicht wieder aufgebaut. ab 1947 jedoch wurde die St. Kolumba Kapelle „Madonna in den Trümmern“ inmitten der Ruinen der Kirche errichtet. Und das ist schon eine Besonderheit. In den Jahren 1956/57 wurde sie noch um eine Sakramentskapelle an der Nordseite erweitert.
Der Name Kolumba steht für das Kunstmuseum des Erzbistums Köln, welches neben dem Wallraff-Richartz-Museum das ältestes Museum Kölns ist. Den „neuen“ Namen Kolumba trägt es allerdings erst seit dem 15. September 2007 mit der Eröffnung des Neubaus des Museums, welches an der Stelle der ehemaligen, ursprünglich romanischen später im spätgotischen Stil umgebauten Kirche St. Kolumba steht.

Die Kapelle ist frei zugänglich und vielleicht gerade, weil man hier nichts monumentales vermutet, findet man in dieser sakralen Kapelle tatsächlich noch Ruhe. Abgeschirmt vom Treiben der Innenstadt. Der Zugang zur Kapelle befindet sich an der Südseite, der Brückenstraße, getrennt vom Eingang ins Museum.

Es gibt übrigens auch hier eine Legende. Oberhalb des Eingangs zur Kapelle befindet sich die Skultur einer Bärin. Laut dieser Legende wurde die heilige Kolumba von Sens, eine unberührte Märtyrerin, im Jahr 274 nach Christus, von einer Bärin gerettet, bei dem Versuch, vergewaltigt zu werden. Geschaffen wurde die Skulptur, die wachend über dem Eingang angebracht ist, von Gottfried Böhm, der 1947 auch den Auftrag zum Bau der Kapelle bekommen hatte.

Jetzt zur Kirche St. Kolumba…erwähnt wurde die romanische Kirche erstmals im Jahre 980. Vorerst eine einschiffige, kleine Kirche, noch abhängig von der damaligen Domkirche und erst nach Teilung der bischöflichen Dompfarre selbständig, wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut und erweitert. Im 12. Jahrhundert wurde sie zu einer dreischiffigen Kirche erweitert. Weil die Gemeinde aber immer größer wurde, erweiterte man sie dann im 15. Jahrhundert zu einer fünfschiffigen Hallenkirche, doch diesmal größtenteils im spätgotischen Stil. Im 17. Jahrhundert wich wiederum der spätgotische Stil dem Barock. Das einzige, was über die Jahrhunderte den romanischen Stil beibehalten hatte, waren das Mittelschiff und der Turm.

Im zweiten Weltkrieg, im Jahre 1943 wurde St. Kolumba fast vollständig vernichtet.

Ihr Lieben, wenn ihr in der Nähe seid, stattet doch der „Madonna in den Trümmern“ einen Besuch ab. Dort steht speziell die Marienfigur für die Hoffnung. Für die Hoffnung, dass das, was wirklich zählt im Leben, nämlich Glaube, Liebe und Hoffnung durch keinen Krieg der Welt zerstört werden kann.

Bis bald
eure Ramona

(von Ramona Krippner)