Der heilige Kunibert

Hallo ihr lieben. So, ich denke uns alle hat nach all den Feiertagen der normale Lebensrythmus wieder. Auch wir schreiben wieder fleißig an unseren kleinen „Heimatstorys“. Diesmal möchte ich ein wenig über den heiligen Kunibert berichten, denn ich habe zwei kleine aber sehr schöne Legenden über ihn gelesen, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Aber zuerst ein kleiner Abriss über unseren Kunibert.Geboren gegen Ende des 6. Jahrhunderts an der Mosel. Erzogen wurde er am Metzer Hof Theudeberts II, da er das Glück hatte zum moselfränkischen Adel zu gehören. Im Jahr 623 wurde er zum Bischof von Köln ernannt. Dies passte ihm gar nicht, aber er beugte sich natürlich dem Befehl des Königs und einer Synode. Und wie gesagt, er war Bischof, nicht wie immer wieder zu lesen, Erzbischof. In seiner Amtszeit sollen die Kirchen und Klöster im Bistum aufgeblüht sein, gute Zeiten. Es heißt, er hätte an der Stelle der heutigen Kunibertskirche einen dem hl. Clemens geweihten Vorgängerbau errichten lassen, in dem er 664 auch beigesetzt wurde.

Obwohl er ja erst überhaupt nicht Bischof in Köln werden wollte, fanden Köln und er doch zusammen. Man kann sogar sagen, er liebte „sein“ Köln. Nun, auch heute soll es ja ab und an Menschen geben, die unsere Stadt kennenlernen. Viele lernen sie nicht nur kennen, sondern verlieben sich in sie.

Aber zurück zu Kunibert und endlich auch zu seinen beiden kleinen Legenden, die ich erzählen wollte. Denn eines haben wir Kölschgänger längst bemerkt, ihr liebt die kölschen Legenden. Dies beweisen immer wieder die vielen Kommentare dazu. Also, hier kommen noch zwei.

Kunibert war sehr fromm, und er liebte sein Köln. Die Menschen, und ganz besonders den Rhein. Einmal, Kunibert heilte gerade einen Besessenen, als der böse Geist des Besessenen diesen verließ und in den Rhein gehen wollte. Bischof Kunibert aber sagte: „Was, du unsauberer und schmutziger Gast, du willst ein solch heiliges Wasser besudeln, das der Weltschöpfer gesegnet und den Kölnern geschenkt hat? So viele Wunder sind hier auf diesem Strom geschehen, so viele Heilige haben es verehrungswürdig gemacht, so viele von Gott geschenkte Naturkräfte adeln dieses Gewässer. Und nun willst du es besudeln? Hinfort mit dir in die Hölle, raus aus meinem Kölle“ (Ok, vielleicht geht mir auch gerade etwas der Gaul durch, aber so in etwa muss er es gesagt haben).

Ja, so war er, unser Kunibert. Auch hatte er schon lange nach dem Grab der heiligen Ursula gesucht, es aber wie alle anderen auch nicht gefunden. Damals wusste niemand mehr, wo genau sich Ursulas Grab in der ihr geweihten Kirche befand.
Eines Tages im Jahr 640, Kunibert las gerade die Messe in der St. Ursula Kirche, da schwebte plötzlich eine wunderschöne, schneeweiße, vor Reinheit strahlende, Taube lautlos auf ausgebreiteten Schwingen aus der Höhe des Chores herab und landete keck auf dem Haupt des Bischofs. Dann erhob sie sich, umflog dreimal den Altar und flog dann in eine Seitenhalle der Kirche, wo sie sich auf dem Boden niederließ und dann plötzlich verschwunden war. Kunibert aber deutete dies als Hinweis, ließ genau an der Stelle nachgraben, an der die Taube so spurlos verschwunden war, und siehe da, in geringer Tiefe wurden die Reliquien Ursulas gefunden. Es soll sogar eine Tafel daneben gelegen haben, auf der Ursulas Name stand. Ihr Haupt wird seitdem in einem silbernen Schrein aufbewahrt und den Gläubigen zur Verehrung ausgestellt.

In Köln wird Kunibert als Heiliger verehrt, sein Gedenktag ist der überlieferte Todestag, der 12. November. Seine Gebeine wurden im Mittelalter erhoben und werden heute in einem Schrein in der Apsis der ihm geweihten Kirche St. Kunibert in Köln aufbewahrt.

Schenkt ihm doch ein paar Minuten eurer Zeit und gedenkt ihm, wenn ihr das nächste mal am Rhein spazieren geht und St. Kunibert erblickt.
Im Rahmen der Neukonzeption des Skulpturenprogramms des Kölner Rathausturms in den 1980er Jahren wurde Kunibert durch eine Figur von Majka Wichner im vierten Obergeschoss auf der Ostseite des Turms verewigt. Auch dort könnt ihr ihm begegnen, dem heiligen Kunibert, der sein Köln liebte bis zuletzt.

(von Ronald Füllbrandt)